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Das Algonkium von Rotstein bei Liebenwerda im Vergleich mit demjenigen im Sarkatal bei Prag und über Kambrium bei Dobrilugk.

Picakd, E.

Kurzfassung

Zunächst sei ein kurzer Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Kenntnis des tieferen Untergrundes im südlichen Teil der Mark Brandenburg und in dem angrenzenden Gebiet der Provinz Sachsen gegeben und daran anschließend ein vorläufiger Bericht über die wissenschaftlichen Ergebnisse der Staatlichen Tiefbohrung Dobrilugk I. Bereits in der 2. Hälfte des vorigen Jahrhunderts hat der Preußische Staat auf Anregung des Oberberghauptmanns Krug von Nidda eine Reihe von Tiefbohrungen im norddeutschen Flachlande stoßen lassen, deren Ziel die Erschließung fester Gebirgsschichten im Liegenden des Alluviums, Diluviums und Tertiärs und der darin vorhandenen nutzbaren Mineralien sein sollte. Der größere Teil dieser Bohrungen lag im Bereiche des Oberbergamts Halle a. S., dessen Direktor, Berghauptmann Huyssen, die Bohrungen ansetzte und leitete. Huyssen gab auf der allgemeinen Versammlung unserer Gesellschaft am 14. August 1880 in Berlin eine ,Übersicht der bisherigen Ergebnisse der vom Preußischen Staate ausgeführten Tiefbohrungen im Norddeutschen Flachland und des bei diesen Arbeiten verfolgten Planes". Huyssens Mitarbeiter, Oberbergrat Cramer, hat in den ,Beiträgen zur Geschichte des Bergbaues in der Provinz Brandenburg" diese Tiefbohrungen ebenfalls eingehend behandelt. Eine kurze Zusammenstellung gab endlich Berendt in seiner Abhandlung ,Das Tertiär im Bereiche der Mark Brandenburg". Von den damaligen Tiefbohrungen interessieren uns in erster Linie die folgenden (vgl. Übersichtskarte Abb. 1). 1. Bohrloch am Priorfließ bei Kottbus: 0-183 m Diluvium und Tertiär 183-276 m Keuper 2. Bohrloch Gr. Ströbitz bei Kottbus: 0-177 m Alluvium, Diluvium und Tertiär 177-334 m Kreide 334-360 m Keuper ...