Original paper

Die Beziehungen der Wolframit- und Bleierzlagerstätten Westspaniens zu Graniten und zur Tektonik.

Krusch, P.

Kurzfassung

Seit dem Internationalen Geologenkongreß in Madrid im Jahre 1926 ist die Geologie Spaniens modern geworden. Die fremden Geologen, welche an den Exkursionen teilnahmen, lernten die spanischen Probleme kennen und bemühen sich jetzt, an ihrer Lösung mitzuarbeiten. Ich hatte das Glück, im Kongreßjahr und im folgenden eine größere Anzahl von Erzlagerstätten im Granitzuge, der sich von der Nordwestecke der iberischen Halbinsel bis zum Guadalquivir erstreckt (Abb. 1), kennen zu lernen und ihre Beziehungen zu den granitischen Gesteinen und zur Tektonik zu untersuchen. Da zu diesen Lagerstätten die seit langem bekannten Wolframitvorkommen im Nordwesten der iberischen Halbinsel und bedeutende Bleierzgänge gehören, dürften die Ergebnisse auch für weitere Kreise Interesse haben. Die großen geologischen Einheiten der iberischen Halbinsel sind bekannt, wenigstens soweit der jetzige Stand unserer Kenntnis reicht. Der ganze Westen wird von der iberischen Masse mit der Meseta eingenommen. Ein ostnordöstlich streichender granitischer Querriegel, das sog. Hauptscheidegebirge mit der Sierra de Credos und der Sierra de Guaderrama, trennt die iberische Scholle in einen Nord- und einen Südteil, die annähernd gleich sind. Im Süden wird sie durch das bedeutende Verwerfungssystem des Guadalquivir abgeschnitten, in dessen Niederung sich das junge gleichnamige Becken in ostnordöstlicher Richtung erstreckt. Jenseits dieses Beckens, also noch weiter südlich, schließt sich dann das betische oder andalusische Gebirge an. Im Norden und Nordosten Spaniens erstreckt sich parallel zur Küste die kantabrisch-pyrenäische Kette. Während auf der iberischen Scholle die Schichten in spätkarbonischer Zeit zu einem nach Osten offenen nordwestlich bis nördlich streichenden Gebirgsbogen gefaltet wurden, welcher heute im großen und ganzen nur einen Rumpf darstellt, ist die Hauptstreichrichtung im jungen betischen Gebirge eine ostnordöstliche und in der jungen kantabrisch-pyrenäischen Kette eine östliche. ...