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Über die Bildungsweise der Konglomerate des Buntsandsteins.

Kumm, A.

Kurzfassung

Bei der Beurteilung der Frage nach der Bildungsweise von Konglomeraten spielt die Feststellung der Transportrichtung und der Transportweite der Komponenten sicherlich die Hauptrolle. Daneben sind aber außerdem der petrographische Inhalt, die Geröllhäufung, die Horizontmächtigkeit, die Schichtungsverhältnisse, die Lagerung, die Geröllrundung, die Fossilführung der Gerölle, sowie auch die Lage der Geröllachsen, die Windkanter und die Eindrücke von gewissem Werte. Es ist verschiedentlich versucht worden, mit Hilfe einer einzigen dieser Methoden Schlüsse auf die Entstehungsweise der Buntsandsteinkonglomerate zu ziehen, doch ist man dabei oft zu sich widersprechenden Ergebnissen gekommen. Sandberger folgert aus dem Vorkommen petrographisch übereinstimmender Gerölle für den Eckschen Geröllhorizont des Schwarzwaldes eine Herkunft der Gerölle aus NW und für das Hauptkonglomerat von N. Aus der Verbreitung der Kieselschiefergerölle schloß Bleicher für die Vogesen auf die Herkunft von SO. Die Methode der Transportrichtungsbestimmung aus der mittleren Richtung der Längsachsen der Gerölle wurde von Noel angewendet. Abgesehen von der Veränderlichkeit der Richtungen in den verschiedenen übereinanderliegenden Bänken ist diese ,methode de la direction moyenne" für sich allein nicht anwendbar, da sie ja nicht entscheiden kann, ob der Transport in der festgestellten Hauptrichtung nach der einen oder auch nach der anderen, gerade entgegengesetzten Seite gegangen ist. Noel gibt nun auch tatsächlich für das Gebiet von Epinal durch Pfeile die Richtung ONO nach WSW an, während der Transport doch zweifellos in umgekehrter Richtung aus dem Randgebiete nach dem Senkungsgebiete hin vor sich gegangen ist. Am häufigsten hat man die Größenabnahme der Gerölle, meist im Zusammenhang mit der Mächtigkeitszunahme des Buntsandsteins, zur Richtungsbestimmung benutzt, jedoch hat man sich dabei meist nur auf die Abschätzung verlassen, ohne Messungen vorzunehmen. ...