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Untersuchungen über die Mitteldevon-Oberdevongrenze.

Walther, Conrad

Kurzfassung

I. Einführung: Es darf nicht vorausgesetzt werden, daß in den diese Arbeit einleitenden Seiten ein auch nur einigermaßen auf Vollständigkeit Anspruch machender Rückblick über die Geschichte der Mitteldevon-Oberdevonabgrenzung gegeben werden soll. Beabsichtigt ist lediglich, die wesentlichsten Stadien derselben zu unterstreichen und die Gliederungsversuche, die zeitweilig im Vordergrund standen und auch heute noch unser Interesse verdienen, kurz zu beleuchten. Die ersten Arbeiten, die über das in Frage stehende Gebiet geleistet wurden, gingen, wie es damals ganz allgemein Regel war, vom nur sedimentpetrographischen Standpunkt aus. Nun ist für örtlich beschränkte Bezirke ein solches Gliederungsprinzip im allgemeinen nicht ohne weiteres zu verwerfen und für praktische Belange gegebenenfalls vorteilhaft. Auch einzelne Glieder der Devonformation fordern geradezu zu einer diesbezüglichen Einteilung heraus: Der ja in seinem Namen seine Natur so unzweideutig zum Ausdruck bringende Massenkalk ist petrographisch gegen seine Umgebung so augenfällig, daß es höchst verwunderlich anmuten müßte und ein beträchtliches Maß von Voreingenommenheit verraten würde, wenn man in jenen Anfangsstadien der Devongliederung zwecks seiner Identifizierung die Kenntnis seines faunistischen Inhaltes für notwendig erachtet hätte. Auf den mitteldevonischen Massenkalk nach oben folgend nennt v. Dechen zwei von diesem in ihren petrographischen Charakteren abweichend geartete Schichtgesteine: den Flinz und den Kramenzel. Und wer den Übergang Massenkalk-Flinz je gesehen hat, jene plattige, dünnschichtige Auflösung des kompakten, massigen Kalksteins, dem wird zunächst nichts einleuchtender sein als die v. Dechensche Abgrenzung Mitteldevon gegen Oberdevon, die nach ihm mit jener Änderung des sedimentpetrographischen Charakters der Gesteinsfolge gegeben ist. Aber ,es kommen auch Tonschiefer vom Charakter der Flinzschiefer noch im oberen Mitteldevon vor", mithin muß jener durch v. Dechen gelegte Grenzschnitt verworfen werden, er kann keinen Anspruch auf Eindeutigkeit erheben. Denckmann hat im Hönnetal zunächst auch von petrographischen Gesichtspunkten aus Mitteldevon gegen Oberdevon abgegrenzt und die Grenze da gezogen, ,wo an vielen Stellen recht scharfe Scheidung des Massenkalkes gegen Flinz, d.h. gegen Tonschiefer mit Bänken und Linsen-Lagen von schwarzem Kalk zu beobachten war" Diese Abgrenzung ist nach seinen Angaben später durch Petrefaktenfunde bestätigt worden. ...