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Zur Gliederung und Zeitrechnung des alpinen Glazials.

Eberl, B.

Kurzfassung

Im Umkreis der Alpen findet sich wohl kein Gebiet, auf welchem die Gesamtheit aller eiszeitlichen Ablagerungen, der älteren vor allem auch, leichter und vollständiger zu beobachten wäre als auf der Lech-Illerplatte. Zwischen dem Rheinvorlandgletscher im Westen der Hier, der in mächtiger Entwicklung nördlich vom Bodensee einen Altmoränenbogen bis an die Donau vorgetrieben hat, und dem Ammer(-Loisach)vorlandgletscher, der nördlich vom Lech mit seinen gewaltigen Massen die Linie Augsburg-München erreichte, haben hier zwei kleinere Gletscher, der Lech, und der Illergletscher, mit ihren Eiszungen den Raum gefüllt, mächtig genug, um die ganze Phasenfolge der Eiszeit zur Entwicklung zu bringen, aber doch nicht so übermächtig, daß sie immer wieder die eigenen Ablagerungen weithin zerstört oder überschüttet hätten, wie es in Gebieten mit besonders großartiger Entwicklung der aus den Alpen quellenden Eisströme gewöhnlich geschah. Auf der Lech-Illerplatte ist also die eiszeitliche Schichtenfolge nicht nur ganz entwickelt, sondern auch günstig erhalten, so daß auch im Bereich des älteren Diluviums nicht nur mit kümmerlichen, schwer verknüpfbaren Resten zu arbeiten ist. Vor allem hat hier nicht auf den weiten Strecken, wie vielfach anderwärts, jener Schleier jüngeren Moränenmateriales die älteren Ablagerungen überfahren und als dicke Hülle überlagert und damit die Stellen recht selten gemacht, welche dem forschenden Auge einen Einblick in den vollständigen Aufbau gestatten. ...