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Über Analogien zwischen den Faziesverhältnissen des Tertiärbeckens von Calatayud (Spanien) und des deutschen Zechsteinbeckens.

Lotze, Franz

Kurzfassung

Im Tertiärbecken von Calatayud (Spanien, Provinz Zaragoza) konnte ich kürzlich Beobachtungen machen, die vielleicht zur Klärung der Sedimentationsbedingungen des deutschen Zechsteinbeckens beitragen können. Das Calatayuder Becken bildete sich in vor- oder frühmiozäner Zeit als intrakontinentale, von Bergen umschlossene, langgestreckte aber nur schmale Hohlform aus, die sich in der sarmatischen und pontischen Zeit mit Sedimenten auffüllte. In nachmiozäner Zeit erfuhr das Becken eine beträchtliche epirogene Hebung, die eine lebhafte Erosion veranlaßt, so daß sich heute die ehemalige Senke als eine von Längs- und Quertälern durchfurchte Hügellandschaft erweist, die sich zwischen den vorwiegend aus Paläozoikum aufgebauten Bergzügen der Iberischen Ketten im Osten und der Hesperischen im Westen ausdehnt. Sie hat dabei eine Längserstreckung in nordwest-südöstlicher Richtung von über 100 km bei einer durchschnittlichen Breite von nur etwa 20 km. Durch die junge Zertalung sind die Tertiärablagerungen bis zu einer Mächtigkeit von 400 bis 500 m der Beobachtung zugänglich geworden. Die prächtigen Aufschluß Verhältnisse machen es möglich, die Sedimentationsverhältnisse des Miozäns bis ins einzelne zu studieren. Da die Schichten horizontal liegen, lassen sich einzelne Bänke über weite Flächen hin verfolgen. Von besonderem Wert ist dabei das gut aufgeschlossene Querprofil des Jalontales, einer das Becken quer durchschneidenden Erosionsrinne. Durchschreitet man, der Nordseite dieses Tales folgend, das Becken von Osten gegen Westen, also von den Iberischen Ketten aus in Richtung auf Calatayud, so beobachtet man folgende Faziesdifferenzierung: Mit einer grobklastischen Ausbildung liegt das Miozän dem Paläozoikum der Iberischen Ketten an. Oberhalb des Eingangs zum ersten Tunnel der Bahnlinie nach Zaragoza ist das Auflager selbst gut aufgeschlossen. ...