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Zur Frage der Harzinsel der jüngsten Zechsteinzeit.

Stille, Hans

Kurzfassung

Die Annahme einer annähernd im Bereiche des heutigen Harzes schon zur Zeit der Zechstein-Salzablagerungen vorhandenen Schwelle oder gar einer Insel würde ganz: in der Richtung der von mir vertretenen Auffassung einer gewissen Vorexistenz der saxonischen ,Rahmen" vor Einsetzen der saxonischen Faltung liegen. So konnte bisher eine Vorexistenz eines im Gegensatz zum Harz und zu dem, was südlich von ihm liegt, verstärkt einsinkenden nördlichen Vorlandes, also gewissermaßen eine alte Anlage des Subherzynischen Beckens, schon für die frühe Liaszeit angenommen werden, und in neuesten Darlegungen von H. Jüngst wird die Vorexistenz bis in das Unterrhät zurückverlegt. Und wenn sich nun aus Darlegungen von Fulda u.a. das Bestehen einer Schwelle im Bereiche und in der streichenden Fortsetzung des Thüringer Waldes für die Zeit des Oberen Zechsteins immer mehr herausstellt, so erhebt sich erneut die Frage, ob nicht auch gleichzeitig schon, parallel zur Thüringer Schwelle, eine alte Harzschwelle bestanden haben könnte. So ist es gewiß ein Verdienst von O. Grupe ein recht reiches Material von Tages- und Tiefenaufschlüssen hinsichtlich der Frage des Bestehens einer jüngstpermischen Harzschwelle oder Harzinsel nachgeprüft und gesichtet zu haben. Aber im Gegensatz zu O. Grupe möchte ich doch glauben, daß das von ihm verwertete Tatsachenmaterial nicht ausreicht, das Bestehen einer jungpermischen Harzinsel sehr wahrscheinlich zu machen, sondern daß die von ihm als Anzeichen nahen Landes in der Nachbarschaft des Harzes gedeuteten Verhältnisse auch ohne eine Harzinsel ihre Erklärung noch zulassen. So habe ich in meinem Vortrage über tektonische Schlüsse aus der Umgrenzung der jungpermischen Salzablagerungen nicht ohne Absicht die Frage der jüngstpermischen Harzinsel, da sie mir nicht ausreichend geklärt erschien, übergangen, - wenn allerdings auch aus den Ausführungen über die Mächtigkeiten, des Aelteren Steinsalzes wohl ersichtlich werden konnte, daß ich Bedenken gegen die Harzinsel hege, während sich die Darlegungen über die südliche Umrandung der Flözgruppe Niedersachsen, schließlich im Sinne des Vorhandenseins einer Tiefenzone auswerten ließen, die sich bis zu einer ältesten Anlage des Subherzynischen Beckens erstreckt hätte. ...