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Beiträge zur Geologie der Insel Leukas und ihre Küstengebiete.

v. Seidlitz, W.

Kurzfassung

In den Jahren 1911 und 1913 habe ich mehrere Frühjahrswochen, auf Veranlassung von Wilhelm Dörpfeld und zur Ergänzung seiner archäologischen Untersuchungen, der geologischen Untersuchung der Insel Leukas, vor allem ihrer Beziehung zum akarnanischen Festland, gewidmet. Dabei konnte das feste Felsgerüst der Insel nur durch gelegentliche Begehungen in den Rahmen der Untersuchungen einbezogen werden, während das Schwergewicht auf einer Kartenaufnahme des Gebietes der Nehrung, Lagune und des Sundes von Leukas lag. Als Grundlage diente dabei die ausgezeichnete Kartenaufnahme des Hauptmann W. von Merées aus dem Jahre 1905 im Maßstab 1:25 000 (Karten von Leukas, Berlin 1907, Berliner Lith. Institut, I. Moser). Über diese Aufnahmen, die vor dem Kriege abgeschlossen wurden, habe ich im Jahre 1911 schon einmal unter Vorlage einer vorläufigen Kartenskizze kurz berichtet (Die Nehrung von St. Maura, (Leukas). Untersuchungen über die Bildung rezenter Flachseesedimente. Verhandlungen D. Naturf. u. Ärzte, 1911). Inzwischen sind auch die archäologischen Untersuchungen soweit beendigt, daß ihre Veröffentlichung im letzten Herbst erfolgt. (W. Doerpfeld, Alt-Ithaka, München 1927.) Auch die geologischen Ergebnisse finden dort eine Darstellung unter Beigabe einer farbigen Karte 1 : 33 000. Da aber eine ganze Reihe von Fragen dort berührt wurden, die allgemeineres Interesse beanspruchen können und den Bericht von 1911 ergänzen, andrerseits Material fortgelassen werden mußte, das für die archäologischen Fragen von geringerer Bedeutung war, gehe ich hier auf eine Reihe der dort erwähnten Probleme nochmals ein. Über den geologischen Aufbau der Insel haben bisher Carlo De Stefani und Joseph Partsch berichtet. In neuester Zeit auch Carl Renz. Bei allen diesen Untersuchungen stand der Aufbau der Insel im Mittelpunkt des Interesses und Nehrung und Lagune wurden nicht eingehender als andere Teile behandelt. Renz hat bisher nur über die reichen Fossilpunkte im Stavrotasgebiet, über Schichtenfolge und Gebirgsbau nur wenig und über die Lagune gar nichts berichtet. Zuletzt hat Otto Maull (Realenzyklopädie von Pauly-Wissowa-Kroll) die geologischen und morphologischen Erfahrungen der Insel zusammengestellt und letztere auf einer Karte (S. 2217/18) vereinigt. ...