Original paper

Vorlage neuer paläontologischer Funde.

Klinghardt, F.

Kurzfassung

An einem vorgelegten Schnitt durch einen fossilen Seeigel (Echinoconus albogalerus Leske sp.) aus dem Senon der südenglischen Küste zeigte sich das Wassergefäßsystem, besonders die Ampullen, in ausgezeichnetem Erhaltungszustand. Diese merkwürdige Erscheinung läßt sich folgendermaßen erklären: Sammelt man am Strand des Meeres Schalen abgestorbener Seeigel, so zeigt sich, daß die eingetrockneten Schläuche des Wassergefäßsystems verhältnismäßig lange erhalten bleiben. Wie Untersuchungen bei frisch abgetöteten Tieren dartuen, befinden sich in den Ampullen sehr häufig Sandkörnchen, eine Erscheinung, die das Fossilwerden begünstigt. Schon früher hatte der Vortragende Abbildungen von Seeigeln gegeben, die ähnlich wie die Insekten im Bernstein, die Eingeweide als Hohlräume enthalten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß hier die Ausfüllung des Tieres mit Kieselsäure in einem ganz kurzen, nach Tagen zählenden Zeitraum, vor sich gegangen sein muß. Neuere Beobachtungen des Vortragenden an Dünnschliffen durch Feuerstein haben gezeigt, daß es sich bei diesen Untersuchungen um ein sehr aussichtsreiches Arbeitsgebiet handelt. Ferner wurden Schnecken mit sehr deutlich voneinander abgesetzten Farbstreifen und Tupfen aus dem Miocän von Lapugy (an der rumänisch-ungarischen Grenze) vorgelegt. Der Vortragende betonte, daß paläontologische Untersuchungen über Farben bei Mollusken von Mustern und nicht von einheitlich gefärbten Objekten ausgehen sollten, soweit dies möglich. Ganz besonderen Wert legte der Redner auf die Farben der Schnecken, denn bei kaum einer anderen Tiergruppe spielen Konvergenz-Erscheinungen eine so große Rolle wie bei diesen Mollusken. So waren bis vor kurzem im Britischen Museum Gastropoden aus dem Tanganjika-See neben ganz ähnlichen jurassischen ausgestellt. Die Annahme, daß der Tanganjika Überbleibsel von Schnecken aus der Jurazeit enthalte, hat sich aber als irrig erwiesen, es handelt sich vielmehr um eine Entwicklungsgleichheit der Schnecken. ...