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Hipparion gracile im oberbayrischen Flinz und das pontische Alter des Schotterzuges von Wilffertshausen bei Augsburg.

Freudenberg, W.

Kurzfassung

Max Schlosser hält noch 1926 nach vielen gründlichen Arbeiten über das bayrisch-schwäbische Tertiär fest am obermiozänen Alter des Flinz. Er sagt S. 206: ,Ich kann also keinen faunistischen Unterschied zwischen Vindobon und Sarmat feststellen, wenigstens nicht auf Grund der Säugetiere, zumindestens nicht, soweit die Säugetierreste der bayrisch-schwäbischen Hochebene in Betracht kommen, ich halte vielmehr die ganze Obermiocänfauna für eine einheitliche" usw. und ferner auf der nächsten Seite: ,Die obermiocäne Säugetierfauna setzt sich dann im wesentlichen unverändert in das Pont von Eppelsheim fort. Die Mastodonten, Dinotherien, Rhinoceriden und Salden beider Faunen sind durch Übergänge miteinander verbunden, nur das Verschwinden von Listriodon und Anchitherium und das Auftreten von echten geweihtragenden Hirschen sowie von Hipparion und Lepus zeigen uns, daß eine neue Zeit gekommen ist". un ist doch in der Gegend von Friedberg, südlich der Bahn nach Ingolstadt, in einer großen Sandgrube am westlichen Gehänge (bei T. in unserer Profilsskizze) eine dreifache Teilung der tertiären Schichten erkennbar: Zuoberst ein mehrere Meter starker schwarzbrauner Letten, der zu Düngezwecken auf die Felder gefahren wird. Darunter etwa 5 m Quarzschotter von heller Farbe, in dessen Fortsetzung hart am Bahnkörper von Wilffertshausen ich bei H. den Hipparionrest fand, in der Sandgrube des Herrn Wendel in Augsburg. Der Schotter ist hier rostig und teilweise etwas lehmig zersetzt, da infolge mangelnder Lettenbedeckung das sauerstoffhaltige Tagwasser zutreten konnte. Das Zahnfragment haftete an einer frisch abgegrabenen Schotberpartie, die wegen ihres Lehmgehalts auf die Halde gestürzt worden war. An ihrer Herkunft aus der Hauptschottermasse ist um so weniger ein Zweifel möglich, als in ungeheurer Zahl die weißen Quarzkiesel des Tertiärs eingeschlossen sind. ...