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Vulkanexplosionen, Sprengtechnik, praktische Geologie und Ballistik.

Kranz, Walter

Kurzfassung

I. In dem Bestreben, die Eruptionstätigkeit von Vulkanen zu erforschen, hat W. Salomon-Calvi kürzlich bemerkenswerte Beobachtungen am Stromboli veröffentlicht: Er notierte u.a. die genauen Zeitpunkte von vulkanischen Wolken und Geräuschen nebst deren Stärke, von Explosionen mit Wolken bzw. Feuererscheinungen, Projektilen, Lavafetzen, mit mehr oder weniger heftigem Krachen und Nebengeräuschen. Aus den Zeitzwischenräumen und der Gesamtheit der Erscheinungen erhielt er den am besten mit der Auffassung von Ponte übereinstimmenden Eindruck, daß ,als Ursache vieler kleiner Detonationen, ebenso wie der großen Explosionen von 1916 und 1919 nicht eine normale Entwicklung gespannter Gase aus der Lava anzusehen ist, sondern die Explosionen brennbarer und sich immer wieder mit dem Sauerstoff der Atmosphäre mischender Gase. Es stimmt das mit der von Ponte zitierten Hypothese des belgischen Forschers E. Van Den Broeck überein, der 1903 die Mischung von Wasserstoff des Magmas und Sauerstoff der Luft zu einem Knallgasgemisch für die Ursache der vulkanischen Explosionen hielt." Danach hätten sich beim Stromboli in Lavahohlräumen die brennbaren Gase angesammelt, die dann etwa wie schlagende Wetter ausgebrochen, mit Sauerstoff der Luft vermischt und durch feurig-glühende Auswurfstoffe gezündet worden wären - ein Vorgang, der zweifellos denkbar ist, aber immerhin soweit möglich näher zu erforschen bleibt. Ähnlich schloß E. Christa aus unterirdischem donnerähnlichem Getöse im Vesuv 1924 und scharfem, einige Sekunden anhaltendem Dröhnen mit explosionsartigem Ausstoß von Dampf und glühenden Schlacken auf intermittierendes Aufkochen von Lava mit Explosionen im Eruptionskanal, und H. Reck schließt aus entsprechenden optischen und akustischen Kennzeichen auf Explosionen in verschiedenen Tiefen des Kraterrohres. Wir sehen jedenfalls, daß es nur bis zu einem gewissen Grade möglich ist, an tätigen Vulkanen Explosions vorgänge zu erkünden. ...