Original paper

Über die Insubrische Linie

Cornelius, Hans Peter

Kurzfassung

Die Untersuchung des Teilstücks der Insubrischen Linie vom Tessin bis zum Tonale hat ergeben, daß dieselbe nicht als ,alpin-dinarische Grenze" aufgefaßt werden kann: die kristallinen Schiefer, welche in ihr zusammenstoßen, sind zwar in ihrer Metamorphose recht verschieden, aber bei Betrachtung der weiteren Umgebung verschwindet der Gegensatz zum guten Teil. Auch die Deutung als oberostalpine Schubfläche (R. Staub) ist nicht möglich: die eingeklemmte Trias ist tektonisch mit dem Gebirge im S verknüpft, auch ihre faziellen Beziehungen weisen nach den Südalpen. Und Teilbewegungen an der Insubrischen Linie zeigen, daß an ihr der N- über den S-Flügel geschoben ist. Sie wird demnach aufgefaßt als innerste der großen Südüberschiebungen der Südalpen, unabhängig vom alpinen Deckenbau und - wie Beziehungen zu der Disgrazia-Tonalitmasse zeigen - jünger als jener.