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Die Entstehung der Donau

Klüpfel, Walther

Kurzfassung

Die paläogeographische Struktur Süddeutschlands zeigt namentlich in der Verteilung zwischen Hochgebieten und Tiefenzonen viele altertümliche Züge. Der Donaulauf zerfällt in mehrere nach Alter und Entstehung verschiedene Abschnitte: Schweizer oder Aaredonau, Schwarzwalddonau, Albdonau, Maseivdonau, Beckendonau. Im Bereich des Donausystems lassen sich etwa 16 bis 17 verschiedene Reliefgenerationen nachweisen, welche zum Teil exhumiert, noch heute für die morphologischen Verhältnisse von Bedeutung sind. Abgesehen von den Resten einer präjurassischen Landoberfläche im mährischen Karst ist ein mit mariner Unterkreide und terrestrem Untercenoman erfülltes Urtalnetz, in der Oberpfalz (Amberg) von Wichtigkeit, da es ebenso wie die turonen von Veldensteiner und Freihölzer Sandstein erfüllten Kreideurtäler heute zum Teil exhumiert dem Donausystem angehört. Damals mündeten diese Flüsse alle in das Meer der Unter- und Oberkreide. Dem ältesten Abschnitt des Donaustammes selbst, der Albdonau, begegnen wir erst im Präaquitan und zwar zwischen Scheer und Abensberg, während die oligocänen Nord-Süd gerichteten Urtalflüsse der Oberpfalz ein selbständiges System bildeten und sich ins Straubinger Becken ergossen. Die nördlichen Nebenflüsse dieser oligocänen Albdonau sind tief in die Albtafel eingraviert, während die südlichen Trabanten, die auf einer postulierten Tertiärvindelizischen Schwelle entsprangen, heute tief unter jüngeren Schottermassen begraben sind. Als Füllmasse dieses Albdonausystems kommen bei Ulm aquitane Süßwasserkalke und weiter östlich tortonische Braunkohlenbildungen in Frage. Ganz anders verhielt sich das Böhmische Massiv, welches im Präaquitan eine flachwellige Peneplain mit wenigen größeren Flachtälern darstellte. Bei einem erneuten Niederbruch der Randzone fanden zahlreiche Beckeneinbrüche statt (Pleinting, Aschach-Efferding, Linz, Ybbs, Melk usw.) und es entwickelten sich an dem steilen Bruchrand, besonders in der Umrandung der Becken viele kurze und tiefe Randtäler. ...