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Die kartographische Darstellung der Nährstoffverhältnisse in Niederösterreich.

Dietz, R.

Kurzfassung

Der Geologie und Agrikulturchemie sind zahlreiche Berührungspunkte gemeinsam, die eine Zusammenarbeit dieser beiden Disziplinen um so wünschenswerter erscheinen lassen. als die Gesichtspunkte, unter denen einzelne Fragen behandelt werden, meist sehr verschieden sind, da ja die Agrikulturchemie in erster Linie praktische Zwecke verfolgt. Eine solche Frage liegt z.B. hinsichtlich der Nährstoffverhältnisse der obersten Erdschichte vor, die für den praktischen Landwirt von großer Bedeutung sind. Da rein geologische Karten darüber keinen Aufschluß geben, sind vom Verfasser auf Grund von etwa 4000 Bodenanalysen Karten von Niederösterreich ausgearbeitet worden, denen die Nährstoffverhältnisse bezirksgerichtsweise zu entnehmen sind. Diese Art der Zusammenfassung erfolgte deshalb, weil die Karten für den Landwirt bestimmt sind, dem geologische Gesichtspunkte in der Mehrzahl der Fälle vollkommen fremd sind. Es ist geplant, die Karten in kleine Planquadrate zu teilen, um ihre Genauigkeit zu erhöhen. In den Karten wurde nur die chemische Zusammensetzung des Bodens, nicht aber seine mechanische Struktur berücksichtigt. Die älteren Methoden der Bodenuntersuchung bestimmten den Gesamtnährstoffgehalt in mit starken Säuren hergestellten Aufschlüssen. Wie man bei den Futtermitteln zwischen verdaulichem und unverdaulichem Eiweiß unterscheidet, muß man auch die Pflanzennährstoffe in wurzellösliche und in schweraufnehmbare teilen. Zur Bestimmung des wurzellöslichen Anteiles von Phosphorsäure und Kali wird seit einigen Jahren die Keimpilanzenmethode nach Neubauer verwendet. Die bisherigen Untersuchungen mit dieser Methode haben ergeben, daß etwa 90% der bebauten Acker- und Wiesenflächen Österreichs Mangel an wurzellöslicher Phosphorsäure und 70% einen solchen an Kali zeigen. Ähnlich sind die Zahlen für Niederösterreich, die in der Nährstoffkarte des Verfassers zum Ausdruck gebracht sind. ...