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Über die chemisch-physikalischen Bedingungen der Knollenkalkbildung

Hildebrand, E.

Kurzfassung

Über die Entstehung der Knollen-, Knoten- und Flaserkalke ist bereits eine umfangreiche Literatur erschienen, aber noch ist dieses Problem, dem sich in neuerer Zeit das Interesse in erhöhtem Maße zuwendet, ganz ungelöst. Es handelt sich in der Mehrzahl der Fälle um das gleiche Bild: in gewissen, an Ton besonders reichen Kalken findet sich der Gehalt an Kalk mit dem an Ton nicht gleichmäßig vermengt, sondern mehr oder weniger isoliert und in zahllosen, linsenförmig ausgezogenen Knollen konkretionsartig konzentriert; den Ton aber sehen wir in schmalen Häutchen überall zwischen die Kalkknollen eingequetscht, sie dabei umhüllend und voneinander abgrenzend. Das zeigen die Oberdevonischen Knollenkalke, über die Born und Tietze sowie Schindewolff gearbeitet haben, das gleiche finden wir bei Knollenkalken der alpinen Trias, über die Arbeiten von W. Salomon, Rüst, Horn u. a. in dankenswerter Ausführlichkeit vorliegen, das gleiche zeigt schließlich auch die germanische Trias, in erster Linie die untere Abteilung des Muschelkalks. Auf die Flaser- und Knollenstruktur in dieser Formation haben vor allem E. Fraas, K. v. Fritsch, F. Schalch, B. v. Freyberg, in jüngster Zeit T. W. Gevers, E. Wepfer u. a. hingewiesen und über die Entstehungsbedingungen die verschiedensten Ansichten vertreten. Im wesentlichen kommen auch für die Wellenkalke zwei Bildungsweisen in Frage: 1. Ist die Knollenbildung eine ursprüngliche, d.h. ist sie syngenetisch? oder 2. Ist sie das Ergebnis einer späteren, diagenetischen Umwandlung? (posthume Entstehung) Für einen syngenetischen Charakter der Konkretionen haben sich K. v. Fritsch, B. v. Freyberg, R. Wagner, und zwar bezüglich des Wellenkalks, ausgesprochen, ebenso wie M. Horn (a.a.O.) bezüglich ladinischer und E. Zimmermann Schindewolff (a.a.O.), R. Richter, Gümbel Geinitz u.a. bezüglich der devonischen Knollenkalke. ...