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Beziehung zwischen Schollenabtragung und relativem Alter von Störungen

Klähn, Hans

Kurzfassung

Bekanntlich sind in einem Schollensystem die tiefer gelegenen Schollen weniger abgetragen als die höheren, soweit nicht jüngere Bewegungen einzelner Schollen oder Schollenkomplexe ,Anormalitäten" hervorrufen. Die genannte Tatsache hängt damit zusammen, daß die Angriffskraft der meteorologischen Faktoren, die meteorologische Intensität, in höheren Lagen einen größeren Betrag als in niedrigeren besitzt, wie Beispiele, welche sich auf die heutigen Niederschlagsverhältnisse der mittelrheinischen Tiefebene beziehen, zeigen. Hier nehmen die Niederschlagsmengen mit der Höhe zu. Da nun offenbar Niederschlagsmenge, Höhe einer Scholle und Abtragung in einem bestimmten Verhältnis zueinander nach einer bestimmten Zeit stehen, so ist der Quotient aus derjenigen Höhe, welche eine Scholle S nach einem gewissen Störungsakt eingenommen hat, und welche als hu (ursprünglich) bezeichnet werden soll, und der einer bestimmten Zeit entsprechenden Abtragung At eine charakteristische Größe. Dieser Quotient hu/At ändert sich mit Zunahme der Zeit, welche seit dem Störungsakt verflossen ist. Zwei durch eine Verwerfung V getrennte Schollen S1 und S, haben verschiedene hu/At-Quotienten. Es richtet sich die Größe desselben erstens nach der von S1 baw. S2 nach dem Verwurf eingenommenen Höhe hu und zweitens nach den At-Werten, welche den meteorologischen Intensitäten entsprechen, die für die hu-Werte maßgebend sind. Da sich mit dem Altern einer Scholle der Betrag des At-Wertes, aber auch das Verhältnis der At-Werte für mehrere Schollen ändert, so wird gerade dieses für die relative Altersbestimmung von Störungen, welche verschiedene Schollen trennen, herangezogen werden müssen, bzw. hat man nach einem Ausdruck zu suchen, welcher aus dem angedeuteten Verhältnis abgeleitet werden kann. ...