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Die Stratigraphie des Silurs der Karnischen Alpen.

Heritsch, Franz

Kurzfassung

Die Erforschungsgeschichte des Karnischen Silurs knüpft sich an die glänzenden Namen Stache, Frech und Geyer. Auf dem von diesen Männern bereiteten Boden arbeiteten die beiden Italiener Michele Gortani und Paolo Vinassa De Regny weiter. Ich werde auf Grund eigener Studien der Faunen des Karnischen Silurs in Kürze die Stratigraphie von Unter- und Obersilur (Ordovician und Silurian) darstellen. I. Das Ordovician wird zum größten Teil aus schieferigsandigen Bildungen aufgebaut; nur ein kleiner Teil ist kalkig. Daß die Fauna englisch-französischen Charakter hat, wurde bereits von Frech (1894) auf Grund einer sehr kleinen Liste von Versteinerungen festgelegt. Die neuen Studien über die Fauna des Ordovicians (Vinassa De Regny und meine eigenen) haben die Ergebnisse von Frech bestätigt und zeigen sehr klar, daß zu den böhmischen Stufen von d überaus geringe Beziehungen bestehen. Die geringen Beziehungen zu Böhmen erklären sich aus dem Vorwiegen der Brachiopoden in den alpinen Ablagerungen - in der Stufe mit Calymene Tristani und im englischen Caradoc zeigen die Brachiopoden auch keine nennenswerten Beziehungen zum böhmischen d, während die Trilobiten einen starken böhmischen Einschlag haben. Aus dem starken Vorwiegen der Brachiopoden in der. Fauna des alpinen Ordovician ergibt sich eine gewisse Unsicherheit in der Alterseinstellung - die italienischen Forscher sprechen allerdings immer mit einer großen Sicherheit von der Vertretung des Caradoc, obwohl aus der Brachiopodenfauna die Möglichkeit einer Vertretung tieferer Horizonte des Ordovicians keineswegs ausgeschlossen ist. Unter den Brachiopoden wiegen Orthis und Strophomena vor. Man findet an vielen Punkten die gewöhnlichen Arten wie Orthis Actoniae, testudinaria, vespertilio, noctilio, porcata, Menapiae, alata, calligramma, dann Strophomena grandis, expansa, corrigatella, Porambonites intercedens var filosa usw. ...