Original paper

Bemerkungen über die ,Warthe-Eiszeit", die Solle der Letzlinger Heide und über eine fünfte Eiszeit in Norddeutschland.

van Werveke, Leopold

Kurzfassung

In einem Vortrage vor der Deutschen Geologischen Gesellschaft am 2. März 1927 hat Herr P. Woldstedt es für wahrscheinlich gehalten, daß die ,Letzte Vereisung in zwei Abschnitte zu gliedern sei, die als ,Weichsel"- und ,Warthe"-Vergletscherung bezeichnet werden können. ,Die Flämingmoräne ist das Hauptstadium der Warthe-Vereisung, die in ihrem Maximum wohl noch weiter ging." Ausführlicher hat sich Herr Woldstedt mit der neuen Warthe-Eiszeit in einem Vortrage beschäftigt, dessen Handschrift er vier Wochen früher, am 2. Februar 1927, bei der Geologischen Landesanstalt in Berlin eingereicht hatte. Er geht dabei von den Verschiebungen aus, welche man der äußeren Grenze der letzten Eiszeit im Laufe der Jahre angedeihen ließ. Keilhack und Wahnschaffe legten sie ,an den großen, vom Trebnitzer Katzengebirge über den Fläming zur Lüneburger Heide verlaufenden Endmoranenzug", an die ,Fläming-Moräne", Tietze und Wolff an den äußeren Rand der Seenflächen. Dieselbe Ansicht vertreten Gripp und Range. Auf die Fläming-Endmoräne gründete Range für Nord- und Mitteldeutschland eine vierte Eiszeit, die ich nicht anerkennen konnte. Herr Woldstedt stellt die Frage, ob es sich bei der Fläming-Moräne um einen Teil der Ablagerungen der letzten oder der vorletzten Eiszeit oder um die einer selbständigen Eiszeit handelt. Er betont, daß der Rand der Seenflächen, den er in einem früheren Aufsätze als ,Brandenburger Phase" bezeichnet hat, die wichtigste morphologische Grenze in Norddeutschland darstellt. Zur Erklärung der Herausbildung der vorhandenen Verschiedenheiten gegenüber dem weiter auswärts gelegenen Gebiet hält er mit Gripp einen langen Zeitraum für nötig, aus dem aber keine zwischeneiszeitliche Bildungen bekannt sind. Daß das Rixdorfer Interglazial in diese Zeit falle, wie Gams und Nordhagen vermuten, läßt sich einstweilen nicht mit Bestimmtheit sagen. ...