Original paper

Untersuchungen über den Bau der Celtiberischen Ketten des nordöstlichen Spaniens.

Tricalinos, Johann

Kurzfassung

Einleitung: Die Celtiberischen Ketten erfüllen das ungemein wechselvolle Hochgebiet zwischen dem Ebrobecken im Nordosten, dem Altkastilischen (Duero-) Becken und dein Ostende der Sierra Guadarrama im Westen und dem Neukastilischen (Tajo-) Becken im Süden. Sie bestehen außer aus Hochplateaus aus Bergzügen von vorherrschend nordwestlicher Richtung, die von Senken getrennt werden, deren, bedeutsamste das Becken von Calatayud-Teruel ist. Dieses scheidet, in nordwestlicher Richtung verlaufend, das Celtiberische Gebirge in einen nordöstlichen Teil, die Iberischen, und einen südwestlichen, die Hesperischen Ketten. Ostwärts von Teruel endigt das Becken, und von hier an zieht eine mehr geschlossene Gebirgsmasse bis hin zur mittelländischen Küstenregion. Die geologische Stellung dieser Celtiberischen Ketten im tektonischen Gesamtbilde der Iberischen Halbinsel wird keineswegs einheitlich aufgefaßt. Calderon (9 und 11) hatte die Ansicht vertreten, daß die Iberischen Ketten nicht mehr von den pyrenäischen Faltungen betroffen sind, sondern den Pyrenäen als etwas Fremdartiges gegenübertreten. Demgegenüber hat in neuerer Zeit Kober (58, S. 2, Fig. 1) die Celtiberischen Ketten (Montes Universales usw.) als einen Teil des alpidischen Orogens aufgefaßt, und auch Kossmat (59, S. 30) und Jenny (54, S. 5) geben tektonische Skizzen, die diese Ansicht zu vertreten scheinen. H. Stille (113, S. 267, sowie Fig. 1 auf S. 237) faßte aber die Randketten der Iberischen Meseta auf Grund der bisher vorliegenden Schilderungen ihres Baues als zum ,Vorland" des alpidischen Orogens (Pyrenäen) gehörig auf, von letzterem getrennt durch die Vortiefe des Ebrobeckens. Die Literatur über die Celtiberischen Ketten hat sich bisher mehr um die stratigraptrischen und weniger um die tektonischen Probleme bemüht. So folgte ich, nachdem ich in Deutschland die saxonische Tektonik, d.h. die germanotype jüngere Tektonik der außeralpidischen Gebiete, kennengelernt hatte einer Anregung von Herrn H. Stille, im Gebiete der Celtiberischen Ketten neben stratigraphischen besonders auch tektonische Studien anzustellen. Über das Ergebnis dieser Studien wird nachstehend berichtet. ...