Original paper

Raineria nov. gen. - Ein Selachier-Rostrum aus dem alpinen Rkät

Osswald, Kurt

Kurzfassung

Das hier vorgelegte Selachier-Rostrum fand Verfasser bei Gelegenheit der Kartierung der Risserkogelgruppe in dunkelgrauen plattigen Kössener Kalken am Grubereck (westlich Risserkogel). Bei der anfänglich nicht ganz einfachen Deutung des Fossils unterstützten mich die Herren Prof. Dr. v. Stromer und Oberbergdirektor Dr. Reis, wofür ich ihnen zu Dank verpflichtet bin. Dem Rostrum kommt insofern einige Bedeutung zu, als ähnliche Formen in der Trias fehlen und in der alpinen Trias Selachier überhaupt nicht häufig zu finden sind (eine Zusammenstellung der bisherigen Funde erfolgt am Schluß dieser Arbeit). Es ist wohl das älteste Rostrum, das zur Zeit bekannt ist. Form des Rostrums: (Taf. VIII, Abb. 1; halbe natürliche Größe des von oben gesehenen Fossils.) Die Maße sind: Erhaltene Länge in der Mittellinie; 34 cm; Breite in der Linie BC: 6,7 cm; bis zur Linie DE ist die Breitenabnahme relativ gering, die Breite beträgt in dieser Linie noch 4,9 cm, verringert sich aber von hier bis zu der ziemlich scharfen Spitze F immer rascher. Es entsteht so ein Körper von der Form eines langen, oben breiten Dolches. Die äußerste Spitze ist nicht erhalten, da eine kleine Gesteinsspalte hier das Fossil abschneidet, es kann sich aber - wie auf Abb. 1 durch eine punktierte Linie angedeutet - nur noch um wenige Millimeter handeln, die rechts zu ergänzen sind. Von der Linie BC ab nimmt die Breite des Rostrums nach links, zum Schädel hin, zuerst langsam, dann auf eine kurze Strecke sehr rasch unter starkem Divergieren der Kanten zu. Diese Basisverbreiterung dürfte den Schädelansatz darstellen. In ihr liegt eine spitzbogenförmige, nur mehr zum Teil erhaltene Öffnung A, die nach Form und Lage nur die Präfrontallücke der Selachier sein kann und in folgendem mit diesem Namen bezeichnet wird. ...