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Paläogeographie und Erdölbildung, erläutert an den deutschen Erdölprovinzen.

Kauenhowen, Walter

Kurzfassung

Erdölbildung, ein Spezialfall der Sedimentgesteinsbildung. Erdölprovinzen. Die Erdölgeologie feiert in diesem Jahre ein Jubiläum. Denn fünfzig Jahre sind vergangen, seitdem Hans von Höfer (8) den Zusammenhang zwischen Öllagerstätten und tektonischem Bau erkannte und diesen Zusammenhang in seiner Antiklinaltheorie für die Praxis in weitestem Umfange nutzbar machte. Es unterliegt keinem Zweifel, daß auch in Zukunft die Berücksichtigung der Tektonik eines ölführenden Gebietes von allergrößter Bedeutung für dessen Aufschließung bleiben wird. Für denjenigen Teil der Erdölgeologie, welcher sich mit der Entstehung des Erdöles befaßt, erwies sich diese starke Betonung des tektonischen Gesichtspunktes allerdings nur wenig fruchtbar. Er führte zu einer Systematik der Erdöllagerstätten auf rein morphologischer Grundlage (Schenkel-, Scheitellager, Dome, Ölklüfte, Öllager usw.). Fast scheint es so, als ob die Geologie der Erdöllagerstätten denselben Weg gehen werde, wie vor hundert Jahren die Erzlagerstättenlehre. Auch damals berücksichtigte man in erster Linie Form und Inhalt der Erzlagerstätten und kam erst später zu einer Systematik auf genetischer Grundlage. Niggli (18) hat darauf hingewiesen, wie es sich bei der Bildung der im weiteren Sinne magmatischen Erzlagerstätten gewissermaßen um einen Spezialfall der Eruptivgesteinsbildung handelt und wie die Gesetze der magmatischen Erzlagerstättenbildung untrennbar mit den Gesetzen der Eruptivgesteinsbildung verknüpft sind. Ganz analog verhält es sich mit den Erdöllagerstätten. Ihre Bildung ist nur zu verstehen, wenn wir die Gesetze der Sedimentgesteinsbildung kennen. Wie die Entstehung der im weiteren Sinne magmatischen Erzlagerstätten an den magmatischen Intrusionszyklus geknüpft ist, so ist in vielen Fällen die Bildung der Erdöllagerstätten an den orogenetischen Sedimentationszyklus geknüpft.