Original paper

Zum Bau Russisch-Zentral-Asiens.

Born, A.

Kurzfassung

Im Herbst 1928 tagte in Taschkent der 3. russische Geologenkongreß. Einer liebenswürdigen Einladung unseres Freundes D. J. Muschketow, des Direktors des russischen geologischen Komitees, folgend, konnte ich mit meinen deutschen Kollegen: Kaiser-München, Kossmat-Leipzig, Leuchs-Frankfurt a. M., von Zur Mühlen-Berlin und Stille-Göttingen an dieser Tagung teilnehmen. Im Vordergrunde des Programms stand der tektonische Aufbau und die Stratigraphie des Gebietes. Die Mehrzahl von uns beteiligte sich an einer 8tägigen Exkursion unter Führung von Prof. E. Ivanow und Prof. Nalivkin in den westlichen Tianshan (Ugam- und Badam-Geb.) vor der Tagung und an einer 10tägigen Exkursion in den Alai unter Führung von Prof. D. I. Muschketow, E. W. Ivanow, D. Nalivkin, I. Komischan und P. A. Gruché. Es ist mir ein Bedürfnis, auch an dieser Stelle noch einmal unseren Führern für die zahlreichen Anregungen und Eindrücke, die wir von diesen Reisen mitgenommen haben, den herzlichsten Dank zu sagen. Es ist über das Gebiet von Russisch-Turkestan oder Zentral-Asien in der letzten Zeit, besonders nach dem Kriege, eine umfangreiche Literatur erschienen, von welcher ich das wesentlichste im Anhang angegeben habe. Ich möchte im Folgenden lediglich über den tektonischen Baustil der das Ferghana-Becken im N und S einrahmenden Gebirge, nämlich des westlichen Tianshan im N, der Alai-Kette im S zur Darstellung bringen (Abb. 1). 1. Der westliche Tianshan. Auf der Exkursion unter Führung von E. Ivanow und Nalivkin konnte ich den Teil des westlichen Tianshan näher kennen lernen, der durch die Namen: Ugam-Gebirge, Ugam-Pskem-Gebirge, Badam-Gebirge näher bezeichnet wird und sich auch mit dem regionalen Begriff Karshantau teilweise deckt. Am Aufbau des Gebiets beteiligt sich zunächst eine Serie marinen Paläozoikums bis einschließlich des Unterkarbons. Im Kern dieser aufgefalteten Serien stecken Granitintrusionen und kristalline Gesteine. In dem von uns besuchten Gebiet war am Aufbau der Oberfläche jedoch fast ausschließlich die mächtige Serie des Kohlenkalkes beteiligt. Dieser Kohlenkalk enthält 300 m Tournai und 2000 m Visée, dem im hangenden Teil Porphyrtuffe eingeschaltet sind. Das Visée-Alter dieser Tuffe wird durch Funde von Spirifer bisulcatus erwiesen. ...