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Das Gotlandium in den kantabrischen Ketten Nordspaniens

Kegel, Wilhelm

Kurzfassung

Das Paläozoikum Asturiens erfuhr die erste zusammenfassende, in ihren Grundzügen zutreffende stratigraphische und regionale Bearbeitung durch G. Schulz (19). Das von ihm in einer Beschreibung und Kartendarstellung dargelegte Bild der Provinz Oviedo (Asturien) verschaffte diesem Gebiet lange Zeit den Rang eines der bestbekannten Europas, das denn auch immer wieder die Geologen zu vergleichenden Forschungen Besonders eingehend hat sich später Barrois der weiteren Erforschung dieser Provinz gewidmet. Es ist vor allem sein umfassendes Werk: ,Recherches sur les terrains anciens des Asturies et de la Galice", durch das er, gestützt auf umfangreiche paläontologische Aufsammlungen, die Einzelgliederung des nordspanischen Paläozoikums ausarbeitete. Für das Silur, dem hier unsere besondere Aufmerksamkeit gilt, stellte Barrois folgende Gliederung auf (3, S. 464): Für den größten Teil der Schichtfolge, von der Basis bis zu dem Schiefer von Luarca ergab sich aus der Gleichheit der petrographischen und faunistischen Entwicklung zwanglos der Vergleich mit dem französischen Untersilur. Dabei betrachtete Barrois die geringmächtigen und nicht überall erkennbaren Schichten mit Endoceras duplex als eine Unterabteilung der Schiefer von Luarca. Das Gotlandium (faune 3e) wird in dieser Tabelle lediglich durch die Schichten von Corral vertreten. Die Einordnung dieser fossilfreien Schichten ist von Barrois erfolgt ,ohne hinreichende Gründe und man könnte sie ebensowohl an die Basis des Devons stellen" (3, S. 459). Für obersilurisches Alter entschließt sich Barrois wesentlich aus dem Grunde, weil ihm andere Ablagerungen mit Fauna dieses Alters trotz aller Aufmerksamkeit nicht zu Gesicht gekommen waren; anderseits schien die augenscheinliche Konkordanz der ganzen silurisch-devonischen Schichtfolge eine Lücke auszuschließen. Vermutungsweise äußert er die Meinung, daß im westlichen Asturien in den Muldenkernen der stark spezialgefalteten Schiefer von Luarca jüngere Graptolithenschiefer vorhanden sein könnten (S. 446); seine Bemühungen um Gewinnung paläontologischer Beweise waren aber ohne Erfolg. Die paläontologische Stütze der Silur-Stratigraphie war also beschränkt auf die Fauna der Schiefer von Luarca; darüber gaben erst die devonischen Gesteine mit ihren reichen Faunen neue Festpunkte. Etwas glücklicher ist man auf der Südseite der kantabrischen Ketten, in der Provinz León gewesen. Hier hat Mallada (10, S. 175) bei Villamanin im Tal der Bernesga 1887 Graptolithen aufgefunden (Monograptus tenuis und M. priodon), ohne indessen bei dieser Gelegenheit die obersilurischen Bildungen, insbesondere ihren stratigraphischen Umfang und ihre Beziehungen zum Hangenden und Liegenden einer näheren Untersuchung zu unterziehen. ...