Original paper

Über das Alter der diluvialen Ablagerungen auf dem Blatte Wernigerode der geologischen Karte 1 : 25 000.

van Werveke, L.

Kurzfassung

Aus dem Vorkommen von Geröllen nordischer Geschiebe in Ablagerungen bei Gunsleben, welche ich der Elster-Zeit zugewiesen habe, habe ich den Schluß gezogen, daß Ablagerungen der nächstälteren oder Elbe-Eiszeit weiter westlich vorhanden sind oder vorhanden gewesen sind. Bei einem Aufenthalt in Wernigerode, Ende März 1928, habe ich mich nun eingehender mit dem Diluvium des Blattes Wernigerode der geologischen Karte 1 : 25 000 beschäftigt und erkannt, daß auch auf diesem Blatte, unmittelbar am Harzrande, Anhaltspunkte für das ehemalige Vorhandensein von Ablagerungen der Elbe-Eiszeit zu gewinnen sind. Mit einer nordsüdlichen Erstreckung von beinahe 4 km verzeichnet das Blatt Wernigerode zwischen Altenrode im Süden und Veckenstedt-Schmatzfeld im Norden einen Geschiebemergel, welcher über Harzschottern ausgebreitet ist, welche als Mittlere oder Hauptterrasse aufgefaßt sind und welcher nahe östlich vom Bokeberge und am Köhlerberge NO von Altenrode von fluvioglazialen Bildungen überlagert ist. Der Geschiebemergel zeigt Einlagerungen von zum Teil großen und zahlreichen Sandlinsen, was es dem Verfasser wahrscheinlich macht, daß die auf der Karte als fluvioglazial (Kies und Sand mit nordischem Material) am Bokeberge und Köhlerberge ausgeschiedenen Ablagerungen nur der Grundmoräne eingeschaltete und mit ihr verzahnte Schichten sind, die unter dem Eise durch Wasser aus dem Geschiebemergel ausgeschlämmt wurden (S. 53). Älter sind Ablagerungen von geringerer Ausdehnung, von denen ich nur die vom Butterberge und Wartberge (von 245-275 m) zwischen Ilsenburg und Drübeck sowie vom Lustberge (von 240-246 m) NO von Altenrode erwähnen will. Mit den übrigen Vorkommen sind sie in den Erläuterungen als Reste einer früher weiter ausgedehnten Schotterablagerung gedeutet, die älter ist als die Hauptterrasse und der Geschiebemergel und als obere Terrasse bezeichnet ist. Am Lustberge liegen die Schotter auf einem Sockel von Ilsenburgmergeln, sind ausgesprochene Harzschotter und nur an der Oberfläche finden sich selten nordische Feuersteine. Im nordwestlichen, tiefliegenden Zipfel des Wartberges wurden beobachtet: 1,5-3,0 brauner, lehmiger Kies, Gerölle, wesentlich Harzgesteine, neben wenig nordischen; darunter 5,0 m bräunliche, wohlgeschichtete Sande, die Harz- und nordische Gesteine zu gleichen Teilen neben zahlreichen Geröllen von Ilsenburgmergeln führen. ,Aus dem Gehalt an nordischem Material ergibt sich, daß die Schotter der höheren Terrassen ebenfalls jünger sind als eine Inlandseisbedeckung". (S. 50, von mir gesperrt.) ...