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Die Tuffe des Nördlinger Rieses und ihre Bedeutung für das Gesamtproblem.

Ahrens, Wilhelm

Kurzfassung

Über die Verbreitung und das geologische Auftreten der Tuffe des Nördlinger Rieses, die wegen ihrer hydraulischen Eigenschaften vielfach als ,Traß" bezeichnet werden, sind wir durch eine größere Anzahl von Arbeiten, von denen die von Oberdorfer, Schuster und Löffler besonders hervorgehoben seien, gut unterrichtet. Die Tuffe des Rieses finden sich fast ausschließlich außerhalb des morphologischen Rieskessels - in dem durch die Untersuchungen von Jung festgestellten eigentlichen Trichter sind uns sogar überhaupt noch keine jungvulkanischen Gesteine bekannt geworden - und häufen sich vor allem im südlichen Vorries. Hinsichtlich des geologischen Auftretens sind nach den Untersuchungen Schusters Schlottrasse, die in dem Eruptionskanal selbst zur Ablagerung gelangten, von Wannentrassen zu trennen. Allerdings sind die äußeren Unterscheidungsmerkmale vielfach wenig klar, so daß es in manchen Fällen sehr schwierig, oft sogar unmöglich ist, einzelne Tuffvorkommen einer der beiden Gruppen bestimmt zuzuteilen, besonders da sicher damit zu rechnen ist, daß manche Schlottrasse unmittelbar in Wannentrasse übergehen. Als sicheres Merkmal kann eigentlich für Schlottrasse nur ein möglichst allseitiger Kontakt (Frohnhofen) oder die durch Abbau festgestellte Form eines Schlotes (Altebürg), und für Wannentrasse die durch zahlreiche Bohrungen erfolgte Feststellung der Unterkante (Otting) angesehen werden. Wenn also auch die Unterscheidung im einzelnen oft unmöglich ist, so steht doch sicher fest, daß beide Formen auftreten Alle diese Tuffe, seien es nun sichere Schlot- oder Wannentrasse, haben viel mehr Gemeinsames als Trennendes. Als das wichtigste ist in beiden Fällen die völlige oder fast völlige Schichtungslosigkeit hervorzuheben. Erscheinungen, wie die Häufigkeit großer Komponenten in dein einen Fall (Schlottrasse) und ihr Fehlen in dem andern, treten im ganzen betrachtet sehr stark zurück. Eine Ausnahme macht nur der Tuff von der Aumühle bei Öttingen, den Löffler zuerst beschrieb. Das von Bentz und mir gegebene Profil ist das folgende; es sieht dadurch etwas einfacher aus, daß die von Löffler als Kalktonbänke angegebenen Schichten sich bei mikroskopischer Untersuchung ebenfalls als Tuff erwiesen. ...