Original paper

Beiträge zur Stratigraphie der Oberpfalz: 4. Stratigraphie und Tektonik der Gegend von Hirschau nördlich Amberg unter besonderer Hervorhebung der dortigen Karneolbänke und kaolinführenden Keupers.

Schnittmann, Franz Xaver

Kurzfassung

Südlich vom Dorfe Ehenfeld beginnt im Anschluß an den dortigem Lias der Keuper, der sich unter der Stadt Hirschau weg bis zum Granit des Buchberges und zum Rotliegenden der Blauberggegend ausdehnt, welches den dortigen Granit im Norden und Nordwesten umsäumt. Nachdem im Jahre 1922 in dieser Zeitschrift ein ganz gedrängter Auszug einer ausführlichen Arbeit über die Stratigraphie und Tektonik bei Ehenfeld erschienen war, hat der Verfasser weitere Nachforschungen auch im südlich vorliegenden Keuper angestellt, die, wenn sie auch das schwierige Problem des Hirschauer Keupers nicht erschöpfend behandeln, doch einige neue Gesichtspunkte für dessen Lösung bieten sollen. Ist es geradezu eine Lust für einen Geologen, im oberen und mittleren Lias der Oberpfalz zu arbeiten, so kommt er bald in Verlegenheit, wenn er in den unteren Lias mit seinen gebräunten Mergeln und Sandkalken eintritt und dort nur ausnahmsweise einem Fossil begegnet, da er eben noch gewohnt war, im Lias Fossilien in reicher Menge aufzulesen, die ihn keinen Augenblick in Zweifel ließen, in welcher Stufe des Lias er sich befände. Vor einer gähnenden Leere steht er in den darunterliegenden Sandsteinen, Letten und Arkosen des Rät und Keupers der Hirschauer Gegend. Die minder sichere vergleichend petrographische Methode muß statt der Gewißheit verschaffenden paläontologischen Methode bei der stratigraphischen Arbeit herhalten. Dazu kommt noch der Mangel an besseren Aufschlüssen. Solche finden sich in den Lettengruben der Schusterschen Ziegelhütte, in den Schifferschen, Dorfnerschen, Raselschen Kaolingruben südlich von Hirschau, bzw. Schnaittenbach und auch in der Hohlgasse, die in der vorderen Peneslohe von der Straße Ehenfeld-Hirschau abzweigt und nördlich vom Hirschauer Kalvarienberg wieder in dieselbe einmündet. Im übrigen ist man in der Beurteilung des Untergrundes auf gelegentliche Anschürfungen des Gesteins an Wegen, auf die wenigen Bohrungen und immer seltener werdenden Brunnengrabungen und auf Grundaushebungen bei Neubauten angewiesen. 1. Rät und Zanklodonletten: Schon im sogenannten Rätolias und Rät steht man vor ungewohnten Verhältnissen. Unter einer mit Quarzkörnern gespickten Limonitbank findet sich eine 1,8 m mächtige Bank eines feinen, weißlichen, leicht zerfallenden Sandsteins, darunter etwa 12 m mächtige rote, selten grüne Letten, dann wiederum ein etwa 13 m mächtiger, grober, toniger, blaßroter bis gelblicher, stark braungefleckter Sandstein. Das Liegende dieses Sandsteins ist bereits der Zanklodonletten. ...