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Rußkohle von Zwickau.

von Stutzer, O.

Kurzfassung

Im erzgebirgischen Kohlenbecken tritt in vielen Flözen eine Kohlenart auf, die Rußkohle genannt wird. Rußkohle enthält als wesentlichen Bestandteil und in sehr großer Menge Fusit, sie färbt ab wie Ruß und hat daher ihren Namen. Von den elf abbauwürdigen Flözen des Zwickauer Reviers bestehen die oberen fünf aus Pechkohle, die unteren sechs aus Pechkohle und Rußkohle. Das bekannteste der dortigen rußigen Flöze ist das Rußkohlenflöz. Im Süden und Südwesten des Reviers erreicht es 8 Meter reiner Kohle. Nach Norden und Osten zu zerschlägt es sich in zwei, auch drei Bänke, von denen die unterste wieder durch mehrere, oft meterstarke Bergemittel gegliedert ist. Auffallend ist, daß im Südteil des Reviers, wo das Flöz keine Zwischenmittel hat, dieses fast nur aus Rußkohle besteht. Nach Norden zu, wo Zwischenmittel auftreten, stellt sich aber immer mehr reine Pechkohle ein. Schnellere Senkung und damit verbunden ein Steigen des Grundwassers, waren der Rußbildung wohl feindlich. Wir haben Rußkohle unter dem Mikroskope betrachtet. Die Zellstruktur des Fusites war deutlich in vielen Einzelheiten sichtbar. Einige verkohlte Pflanzenreste sind gewunden, ohne zerdrückt zu sein, was bei der Sprödigkeit des Materials wohl ausdrückt, daß die Verkohlung in diesem gewundenen Zustand erfolgte. Vieles macht durchaus den Eindruck, als sei der Fusit in der Lage, in der er sich heute befindet, verkohlt, und nicht in verkohltem Zustande abgelagert. Dann fallen auf Übergänge zwischen Fusit und Vitrit. Die Übergänge vermittelt ein Halbfusit. Charakteristisch für typischen Fusit ist seine Zelligkeit, im Anschliff sein gelblicher Farbton und seine Härte, die größer ist als die aller anderen Kohlenbestandteile. Der Halbfusit ist dagegen weicher, er ist blasser, seine Farbe geht in das Weiß des Vitrites über, seine Zelligkeit ist weniger scharf ausgeprägt, beim Übergang zum Vitrit verliert sie sich. Solche Übergänge von Fusit in Halbfusit und von Halbfusit in Vitrit sind in vielen Schliffen sichtbar. Und zwar treten sie nicht nur in einem Stück eines Pflanzenkörpers auf, sondern auch ein Aggregat von Pflanzenresten zeigt die Übergänge, wohl ein Zeichen, daß die Fusitbildung am Orte der jetzigen Lagerung des Fusits nach Ablagerung der Pflanzensubstanz erfolgte. Erwähnt sei auch ein anderes Übergangsbild. Gelegentlich liegt um Zellhohlräume herum eine Zone größerer Härte (Wandern des Lichtscheins beim Heben des Tubus von dieser Zone weg), und diese Zone hat einen gelblicheren Farbton im auffallenden Lichte als die dann folgende Hauptmasse des Stückes. Die Verkohlung scheint hier von den Zellhohlräumen ausgegangen zu sein. Neben diesen Übergängen sieht man aber auch oft Halbfusit und Fusit scharf begrenzt in anderen Gemengteilen der Kohle. ...