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Beiträge zur Kenntnis der Fauna des norddeutschen Septarientones.

Hucke, K.; Voigt, E.

Kurzfassung

Durch mehrjährige Untersuchungen, namentlich der durch Ausschlämmen gewonnenen Mikrofauna, ist es den Verfassern gelungen, die Faunenliste des norddeutschen Septarientones erheblich zu erweitern. Dabei hat sich herausgestellt, daß ganze Klassen und Ordnungen, wie die Crinoiden, Cirripedien, Bryozoen, Brachiopoden, Schwämme, von deren fossilem Vorkommen im norddeutschen Septarienton man bisher nichts wußte, doch vertreten sind. Der untersuchte Ton stammte von Freienwalde a. O., Joachimsthal i. d. Uckermark, von Köthen und Steutz in Anhalt. - Protozoa. Die Foraminiferenfauna ist sehr reichhaltig. Besonders aus den Vorkommen der Provinz Brandenburg sind durch die Forschungen des 1917 verstorbenen Herrn Gustav Schacko über 250 Arten bekannt geworden (8, S. 125-128). Als neu ergab sich: Flabellina schackoi n. sp. Tafel VI, Abb. 10 mit den Kennzeichen der Gattung. In der Jugend mit perlenartigen Verzierungen auf der Oberfläche und starken dornartigen Fortsätzen am kristellarioiden Teil, später glatt. Länge bis 3,3 mm bei 1,5 mm Breite. Selten; Joachimsthal. Aus dem norddeutschen Septarienton war bisher nicht bekannt das Vorkommen von: Cristellaria (Robulina) alberti Andreae (1, Teil 2, S. 117; Taf. 9, Abb. 24). Joachimsthal Hyperammina aff. ramosa Brady (17, S. 141; Taf. 1, Abb. 2). Joachimsthal H. zinndorfi Spandel (17, S. 141; Taf. 1, Abb. 1). Köthen. Joachimsthal Coelenterata. Die Schwammreste haben dem Paläospongiologen Herrn P. Ortmann in Danzig vorgelegen, dessen Untersuchungen folgendes Ergebnis hatten: Es handelt sich um einige verkieste Schwammkörper, höchstwahrscheinlich aus der Ordnung der Lithistiden. Das etwa 5 cm hohe Urstück zu Tafel VII, Abb. 8 wurde in Freienwalde a. O. gefunden und befindet sich im Museum des Geschichtsvereins Oberbarnim. Tafel VII, Abb. 9 stammt aus der Septarientongrube zwischen Buckow, Kr. Lebus und Pritzhagen, Kr. Oberbarnim, und ist im Besitz von Herrn Pastor Zinkernagel in Blankenfelde, Kr. Teltow. Beide Formen zeigen Paragaster, die größere auch Wurzelbildung. Da Skelettnadeln nicht erhalten sind, ist die Zuweisung zu einer bestimmten Familie oder Gattung nicht möglich. Schwammfragmente mit Skelettnadeln ließen sich aber im Schlämmrückstände von Joachimsthal nachweisen. Tafel VII, Abb. 10 stellt ein Bündel verkiester monaxoner Kieselschwammnadeln dar; an einigen isolierten Exemplaren konnten die Nadeln als Amphioxe erkannt werden. Tafel VII, Abb. 11 dürfte ein Bruchstück einer Lithistide sein, und zwar einer Tetrakladinide, an dem man rechts oben ein Tetrakeon mit verzweigten Zygomen sieht. Tafel VII, Abb. 12 und 13 sind Bruchstücke von Hexaktinellidenskeletten aus der Tribus Hexactinosa mit vollen Kreuzungsknoten. Auch diese Skelettreste lassen sich nicht näher bestimmen. ...