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Über kolloidale Vorgänge bei der Entstehung der oberschlesischen Zink-Bleierzlagerstätten

Krusch, P.

Kurzfassung

Der Vortrag behandelt zunächst das Allgemeine der Gruppe der mit metasomatischen Zink-Bleierzlagerstätten verbundenen Höhlenfüllungen, welche an Kalke und Dolomite gebunden sind. Er schildert die Form und den Inhalt der Sulfidkonzentrationen und die oxydischen Erze und geht besonders auf die Genesis der warzigen und gewächsartigen Bildungen von Schalenblende und Markasit ein. Die Beziehungen zwischen der schlauchartigen Form der Erzkonzentrate und Vier Tektonik werden kurz erörtert und zwei Formen der Dolomitisierung unterschieden, von denen die ältere vor der Vererzung, die jüngere durch die Oxydationswässer noch heute bewirkt wird. Alle Anzeichen sprechen für niedrige Gestehungstemperaturen der sulfidischen und oxydischen Erze. In einem zweiten Abschnitt werden speziell die allgemeinen Eigenschaften der oberschlesischen Erzvorkommen und die wichtigsten Ergebnisse der letzten Veröffentlichungen behandelt. Es wird der Nachweis geliefert, daß, entgegen der herrschenden Ansicht, im Liegenden der Erzformation Oberschlesiens eine größere Anzahl von namentlich bleiglanzführenden Gängen vorhanden ist. Die vom Verfasser systematisch gesammelten, durchaus nicht seltenen Beispiele werden zusammengestellt. Hieraus ergibt sich, daß in den liegenden Schichten der mit metasomatischen Konzentrationen verbundenen Zink-Bleierzlager Oberschlesiens namentlich bleisulfidführende Gänge auftreten, welche als Metallbringer für das Erz der Erzlager aufzufassen sind. Die eingehender besprochenen letzten Arbeiten sind diejenigen von K. Seidl, F. Duwensee, und R. Stappenbeck. In einem drittem Abschnitt begründet der Verfasser seine eigene Ansicht über die kolloidale Entstehung der oberschlesischen Zinks Bleierzlagerstätten. Er zeigt, wie wenig die Kolloidchemie bis jetzt auf dem in Frage kommenden Gebiete geleistet hat und wie wünschenswert hier systematische Versuche sind. Auf die horizontalen Schwundschläuche der Schalenblende und ihre Gekrösestruktur wird ganz besonders hingewiesen. Zuerst wurden die Sulfide amorpherdig abgesetzt, sie entstanden mit größter Wahrscheinlichkeit bei ziemlich niedriger Temperatur in sehr langen Zeiträumen. Liesegangsche Schichtung und rhythmische Fällung sind zu beobachten. ...