Original paper

Über chemische und physikalische Befunde an den Baden-Badener Thermen.

Baur, K.

Kurzfassung

Vor kurzem habe ich in einem Aufsatz: ,Neue Wege der Quellforschung?" (Z. f. wissenschaftl. Bäderkunde 1929, H. 7) über Beobachtungen berichtet, die ich während der nunmehr 11/2 jährigen chemischen und physikalischen Daueruntersuchungen der Baden-Badener Thermen zwecks Studiums ihrer Natur und Eigenart im Staatl. Quellenlaboratorium, hier, gemacht habe. Wenn ich denselben Gegenstand nunmehr in diesem Kreis behandle und dabei meine Erklärungen und daran anknüpfenden Gedanken stärker betone, so geschieht dies einesteils, weil die nach meiner Untersuchungsmethode gemachten Beobachtungen großenteils neu sind und mir von Wert für die Quellenkunde zu sein scheinen, andernteile um zu zeigen, wie vielseitig die Probleme der Quellforschung sind. Erfahrungsgemäß zeigen die einwandsfrei gefaßten Mineralquellen jahraus jahrein eine große Gleichförmigkeit der Zusammensetzung. In ganz besonderem Maß findet dies bei den aus großer Tiefe aufsteigenden Mineralquellen statt. So haben die seit 80 Jahren oft wiederholten Analysen der Badener Thermen, welche, nach ihrer Auslauftemperatur von 68° C zu schließen, aus etwa 2000 m Tiefe emporsteigen, immer nahezu dieselben Werte ergeben. Trotzdem hielt ich tägliche, möglichst genaue chemische Untersuchungen derselben für zweckmäßig und notwendig, weil ich auf Grund meiner 30jährigen Beschäftigung mit Mineralquellen u. a. zu der Überzeugung gekommen war, daß jene geringfügigen Gehaltsunterschiede nicht auf Zufälligkeiten, sondern auf Gesetzmäßigkeiten beruhen, und weil ihr Studium das höchst wünschenswerte und fast einzige Mittel ist, um etwas über die Bildungsvorgänge der Mineralquellen im Erdinnern zu erfahren. Die Badener Thermen setzen sich aus zahlreichen - vielfach mit besonderen, jetzt allerdings allmählich verschwindenden Namen versehenen - Quellenadern zusammen, deren Bestandteile sich aber qualitativ und quantitativ kaum unterscheiden. Den Hauptbestandteil des rd. 3,0 gr betragenden Gesamtgehalts pro Liter bildet das Kochsalz mit etwa 2,0 gr. Freie Kohlensäure fehlt fast ganz. Bemerkenswert ist der verhältnismäßig; sehr starke Gehalt an Kieselsäure (etwa 160 mgr). ...