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Nochmals die Deckschichten des Rabutzer Beckentons - Eine Antwort an die Herren Keilhack und Grahmann

Weissermel, W.; Picard, E.

Kurzfassung

In den Jahren 1922 und 1924 haben wir in der damals noch in vollem Betrieb befindlichen Rabutzer Tongrube über dem interglazialen Beckenton einen echten Geschiebelehm beobachtet, den wir im Gegensatz zu Keilhack als echte Grundmoräne der letzten Eiszeit ansprechen mußten. In einer Erwiderung verteidigen die Herren Keilhack und Grahmann die früher ausgesprochene Auffassung des ersteren, daß es sich nicht um eine Grundmoräne, sondern um ein Umlagerungsprodukt von Ablagerungen der 2. (Saale-)Eiszeit handele, das als glaziale Fließerde während der letzten Vereisung von dem benachbarten Os aus entstanden sei. Wir können in den Ausführungen der beiden Herren eine Widerlegung unserer Ansicht nicht erblicken. Die Herren Keilhack und Grahmann beginnen ihre Ausführungen mit einer versuchten Richtigstellung unserer topographischen Bezeichnungen der damals aufgeschlossenen Grubenstöße. Die vorhandenen Mißverständnisse klären sich leicht durch die nebenstehende Figur, in welcher in dem von Keilhack und Grahmann gegebenen Grundriß der Grube, wie er heute ist, die Grundrisse eingetragen sind, wie sie in den Jahren 1922 und 1924 waren. 1922 bestand also ein Süd- und ein Oststoß. Ein aufgeschlossener Weststoß bestand damals nicht. Im Jahre 1924 war der Aufschluß in südöstlicher Richtung fortgeschritten durch Herumschwenken des Ost- und Südflügels. Demgemäß wurde der von Weissermel beschriebene Oststoß von Picard als Nordstoß, Weissermels Südstoß als Oststoß bezeichnet. Auf nebenstehender Skizze ist also die Lage der von uns beschriebenen Profile unschwer zu ersehen. In den folgenden Jahren ist die Grube weiter nach SO fortgeschritten und hat den heutigen Umriß bekommen. Sie ist jetzt seit mehreren Jahren außer Betrieb. Sie steht daher bis fast an die Oberkante des Tones voll Wasser und bietet zurzeit das nebenstehende Bild. Wie das Bild erkennen läßt, befindet sich der Aufschluß jetzt in einem sehr mangelhaften Zustande, der mit den klaren Profilen, die wir während des Betriebes der Grube gesehen und eingehend beschrieben haben, gar nicht zu vergleichen ist. Wir dürfen aber wohl erwarten, daß unsere damaligen, unabhängig von einander gemachten Beobachtungen als Tatsachen anerkannt werden. ...