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Eozäne und miozäne Versteinerungen aus Angola.

Böhm, Johannes

Kurzfassung

Herr Bergingenieur Dr. F. J. Faber in Den Haag hat im Jahre 1925 gelegentlich seiner geologischen und bergbaukundlichen Durchforschung Süd-Angolas eine Anzahl von Versteinerungen gesammelt, welche er mir mit der gütigen Erlaubnis zur Veröffentlichung übersandte, wofür ich ihm auch an dieser Stelle meinen wärmsten Dank ausspreche. Die Fundstellen der organischen Einschlüsse, Lamellibranchiaten und Gastropoden, sind, wie aus der von Faber beigefügten Lageskizze hervorgeht, auf das im Osten von Andesit begrenzte Küstengebiet zwischen Mossamedes und Vimpongos beschränkt. An seinem Aufbau nehmen in der Hauptsache konglomeratische, von Faber (13 S. 19, Abb. 10) als Politiepost-Konglomerat bezeichnete Bildungen bis zu 200 m Mächtigkeit teil, welchen feinere Lagen von in der Regel (13 S. 23) horizontal liegenden Sandstein-, Kalk-, Gips- und Mergellagen, abwechselnd mit Konglomeratbänkchen, sandigem Kalkstein usw. zwischengeschaltet sind. Die Farbe ist rot, rotbraun oder gelb, mitunter fast weiß. Einzelne Lagen sind reich an Fossilien, welche sich als eozänen und miozänen Alters erweisen und das bisherige Faunenbild beider tertiären Stufen in Angola ergänzen. Leider sind die Mollusken infolge ihres Vorkommens in der Strandzone in Bruchstücken erhalten. Da sie zumeist nur in je einem Exemplar vorliegen, muß die Artfeststellung und die Klärung der verwandtschaftlichen Beziehung bis zur Auffindung reicheren und weniger beschädigten Materials zurückgestellt bleiben. Eozän: Während des Baues der Eisenbahnstrecke Mossamedes-Huilla wurden in einem rechts des Rio Giraul zwischen km 18,537 und 18,624 von Mossamedes entfernten Einschnitt bei Domba Alves Bastos (13 S. 18, Abb. 9) in einer Kalkbank und in unterlagernden tonigen Sanden Fischzähne gefunden. Priem (23 S. 75) bestimmte sie als Pristis sp., Odontaspis cuspidata Ag. sp., O. elegans Ag. sp., Lamna macrota Ag.?, Otodus obliquus Ag., Sphyraenodus sp. und als mitteleozänen Alters (Lutet), wohingegen Leriche (20 S. 81) unter Abänderung zweier Bestimmungen (O. cuspidata praemut. Hopei Ag. = O. cuspidata Ag. und O. macrota Ag. = O. elegans Ag.) geneigt war, sie in das Untereozän (Ypres) einzureihen. Ostwärts von Domba Alves Bastos traf Faber (13 S. 24) in den Tafelbergen am Wege zwischen Mossamedes und Lagao da Mina bei Posta Giraul (13 S. 20, 21, Abb. 11, 12) fossilreiche Kalksteine von gelblicher Farbe an. ...