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Fossile Strukturböden aus der Umgebung von Gießen und Wiesbaden

Krekeler, F.

Kurzfassung

Aus der Umgebung von Gießen und Wiesbaden werden eigentümliche Schichtenverbrodelungen und Verfaltungserscheinungen beschrieben, welche auf den Diluvialhauptterrassen der Lahn und des Rheines beobachtet wurden und als fossile Strukturböden der diluvialen Vereisung gedeutet werden. Die auffällige Verknüpfung der Strukturböden mit lehmigen, gelreichen Schichten findet dadurch ihre Erklärung, daß Lehme trotz ihres großen Porenvolumens die Feuchtigkeit nur langsam aufnehmen aber gegenüber von Sanden, in denen das Wasser schnell versickert, infolge der Kapillarität viel länger halten, eine Tatsache; die beim abwechselnden Gefrieren und Auftauen des Bodens für den Gesteinstransport im Boden von ausschlaggebender Bedeutung ist. Über das genaue Alter der beschriebenen Erscheinungen läßt sich heute mit Sicherheit noch nichts aussagen, doch erweckt es den Anschein, als ob Strukturböden während des ganzen Diluviums und auch noch im Alluvium gebildet worden sind.