Original paper

Cassidaria Zölleri n. sp. aus einem vermutlichen Eozänkonglomerat von Usakos unweit Swakopmund

Zöller, August; Böhm, Joh.

Kurzfassung

Im Jahre 1912 habe ich (Zöller) die Umgebung von Usakos geologisch kartiert, um Wasser zu erschließen; hierbei kamen mir Gesteinsproben zu Gesicht, die eine Einwohnerin des Ortes, Frau Fredenhagen, in der nahen Umgebung bei Spaziergängen aufgelesen hatte; die Sammlerin war so freundlich, mir diese Proben zu überlassen. Unter ihnen fand ich ein Kalkstück mit einer Versteinerung, als dessen Fundort mir ein 4 km nordwestlich von Usakos den Kalk durchziehender Wasserriß bezeichnet wurde, der mir von der Kartierung her bekannt war. Zwischen Usakos und Karibib befindet sich eine von altem Gebirge umrahmte Senke. Im Süden erhebt sich über sie der Gebirgsrücken des Nubib, im Norden der Große und Kleine Rooiberg (Abb. 1 und 2 sowie Tafel XVII). Zwischen letzterem und dem Nubib öffnet sich im Gebirgsrahmen eine Lücke. Durch diese ,Pforte" führt die Eisenbahn von Usakos nach Onguati. Die Oberfläche der Senke, eine nach Osten ansteigende Ebene, wird von einem mürben, tuffigen Kalk gebildet; dieser Kalk ist im Hereroland weit verbreitet; ich fand ihn bis zum Waterberg hin, 230 km von Usakos nach Nordosten zu, stets in gleicher Art als Ausfüllung von Senken. Der Kalk hat in der Literatur die Bezeichnung ,Oberflächenkalk" erhalten. Nahe dem Fuße des kleinen Rooiberges hat sich eine tiefe breite Schlucht in die Oberfläche der Senke eingeschnitten und ihre Ausfüllung bis zum Liegenden, den alten Schiefern, aufgeschlossen. Der ,Oberflächenkalk" ist hier, etwa 6 km nordöstlich von Usakos, schätzungsweise bis zu 30 m mächtig; unterlagert wird der Kalk stellenweise von einer Konglomeratbank bis kopfgroßer, gerundeter Gerölle des Grundgebirges mit sandigkalkigem Bindemittel (Tafel XVII Abb. 2); an anderen Stellen liegt der Kalk, mit Sand und kleineren Geröllen vermischt, unmittelbar auf den alten Schiefern. Der Fundpunkt der Versteinerung ist ein Wasserriß im Oberflächenkalk, 3 km weiter südwestlich des vorgenannten Aufschlusses, der sich nach dem Khanthal hinunterzieht. Ob er die Fortsetzung der obengenannten Schlucht bildet, kann ich nicht mehr angeben. ...