Original paper

Messungen von Streichen und Fallen auf den Spezialkarten 1 : 25 000 der Geologischen Landesanstalten.

Dreher, Otto

Kurzfassung

Auf den erdölgeologischen Karten findet man stets eine außerordentlich große Anzahl von Messungen eingezeichnet, aus denen das Streichen und Fallen der Schichten zu ersehen ist. Es lassen sich mit Hilfe dieser Messungen Feinheiten im tektonischen Bau eines Gebietes und auch einer einzelnen Struktur erkennen, die anders wohl kaum sichtbar würden. Ist man an diese Karten einmal gewöhnt, so fällt es einem auf, wie außerordentlich spärlich die Zeichen für Streichen und Fallen auf den meisten Spezialkarten der geologischen Landesanstalten vorhanden sind. Und es kommt bisweilen auch noch vor, daß diese Messungen die Neigung nicht genügend genau angeben, weil die Gradzahlen weggelassen sind. Sicherlich wird hierzu bemerkt, daß eine große Anzahl von Messungen nicht nötig sei, da man ja mit Hilfe der topographischen Schichtlinien der Karte, sowie mit Hilfe der sehr weitgehenden Unterteilung der Formationen, die Lagerung der Schichten genügend genau erkennen könne. Das mag für bestimmte Formationen zutreffen, obwohl auch da nicht alle Feinheiten zur Geltung kommen. Für viele Formationen jedoch, die große Flächen im Kartenbild einnehmen, genügen die paar Messungen durchaus nicht. Wir möchten deshalb raten, daß bei den geologischen Aufnahmen der Spezialkarten nicht nur in allen vorhandenen Aufschlüssen Messungen von Streichen und Fallen gemacht werden, falls das möglich ist, sondern daß auch alle diese Messungen in die gedruckte geologische Karte aufgegenommen werden, soweit der Maßstab dies zuläßt. Um das Bild möglichst klar zu erhalten, sollte man die Gradzahlen für die Neigungswinkel weglassen und statt dessen Symbole gebrauchen für die verschiedenen Neigungen, wie z.B. die folgenden. ...