Original paper

Unterricht im Zeichnen für den Geologen.

Dreher, Otto

Kurzfassung

Bei manchen Zeitschriften werden Karten und Profile, die zu einer Arbeit gehören, umgezeichnet, wenn sie nicht in einem klischierfertigen Zustand vom Geologen eingeliefert wurden. Das kostet Geld und Zeit, und es ist deshalb ganz verständlich, daß die Schriftleitungen der Zeitschriften immer mehr verlangen, daß die Zeichnungen in einem klischierfertigen Zustand vom Geologen einzuliefern sind. Viele Geologen tun das bereits und sie verraten in ihren Karten eine besondere Geschicklichkeit im Zeichnen und ein künstlerisches Gefühl. Ihre Illustrationen wirken daher stets klar und angenehm. Es sei nur Albert Heim als Beispiel herausgegriffen. Immerhin sind das Ausnahmen, und man sieht unter den Abbildungen, die nach den Originalzeichnungen der Geologen klischiert sind, häufig solche, die höchst mangelhaft ausgeführt sind. Entweder war dem Geologen das Schraffierlineal noch unbekannt, oder er hatte einen Nullenzirkel noch nicht gesehen. Und die Namen verraten, daß er keine Übung im Schreiben von Druckschrift hat, sonst hätte er die entsprechenden Buchstaben gleich groß gemacht; er hätte sich die drei Hilfslinien gezogen und dabei vielleicht Schablonen, wie z.B. ,Manormus" gebraucht. Wenn der Geologe keine große Praxis im Zeichnen und Schreiben hat, so sollte er sich die Arbeit erleichtern dadurch, daß er die Zeichnungen im doppelten oder dreifachen Maßtabe herstellt. Dann werden auch die Namen doppelt oder dreifach so groß und das Schreiben großer Druckschrift ist schon wesentlich einfacher. Er kann dabei sogar die Schriftschablonen benutzen, die im Handel sind. Wird dann zur Herstellung des Klischees die Zeichnung auf die Hälfte oder ein Drittel verkleinert, so sieht die Schrift sehr sauber aus. Eine schön gezeichnete Kartenskizze oder ein Profil spricht viel schneller, deutlicher und angenehmer zu dem Leser, als eine nachlässig hingeworfene Skizze, wo die Schrift große Eile verrät. Wir möchten deshalb vorschlagen, daß der Geologe während seiner Studienzeit auch in den einfachsten Grundzügen des kartographischen Zeichnens unterrichtet wird. Er sollte vertraut werden mit der Anwendung der verschiedenen zeichnerischen Hilfsmittel wie Schraffierlineal, Schriftschablonen, Nullenzirkel, Reduktionszirkel usw. ...