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Halitherium schinzi Kaup im norddeutschen Septarienton.

Dette, Kurt

Kurzfassung

Hucke und Voigt gaben in einer Arbeit (diese Z. Bd. 81, S. 159 bis 168) eine Zusammenstellung über die Fauna des norddeutschen Septarientones. Sie setzt sich in der Hauptsache aus Wirbellosen zusammen. An Wirbeltierresten sind bis jetzt Zähne und Wirbel von Haien sowie Otolithen verschiedener Fische bekanntgeworden. Dieser Fauna läßt sich nun eine aus dem norddeutschen Septarienton noch unbekannte Form anreihen. In einer Tongrube bei Köthen (Anhalt) wurde von einem Arbeiter das Bruchstück einer Rippe von Halitherium schinzi Kaup gefunden. Der Rest dieses Bruchstückes liegt in drei Teilen vor; denn das ganze Bruchstück ist zertrümmert worden, und dabei ißt einer der mittleren Teile verlorengegangen. Dadurch passen die beiden distal gelegenen Bruchstücke lückenlos aneinander. Die jetzt noch vorhandenen Reste sind zusammen 20 cm lang. Man hätte unter Einfügung des verlorengegangenen Stückes mit einer Gesamtlänge des Fundes von 30 cm zu rechnen, und das würde ungefähr der Überrest einer halben Rippe sein. Da den Sirenen die Haversschen Kanäle fehlen, läßt der Knochen jegliche Struktur vermissen, er zeigt ein dichtes Gefüge. Durch Pachyostose sind die Knochen auffallend verdickt, sie besitzen ein verhältnismäßig hohes Gewicht. Die oligozänen Ablagerungen des Mainzer Beckens haben Reste von Halitherium schinzi in großer Menge geliefert. Aber noch nie ist von dem Funde eines Seekuhrestes im norddeutschen Septarienton berichtet worden. Dieser erste Fund ist eine neue, wichtige Verbindung unserer mitteloligozänen Fauna mit der gleichaltrigen Fauna im westlichen Europa.