Original paper

Über atektonische Faltung bei Kimberley, S. A. U.

Born, A.

Kurzfassung

Ich berichte über eine Faltung, die ohne Mitwirkung tektoniacher Kräfte zustande kommt, und die von mir in der Nähe von Kimberley, Südafrikanische Union, beobachtet werden konnte. Die geologische Situation ist folgende: Die Gegend von Kimberley ist meist von Doleritlaven des Karroo-Systems bedeckt An einigen Stellen tritt der darunter folgende Obere Schiefer der Dwyka-Serie an die Oberfläche, so u. a. östlich von Kimberley. Diese schwarzen Schiefertone der Ob. Dwyka-Schiefer sind sehr gut in den Gräben erschlossen, welche den Weg von Kimberley zu der gemeinsamen Aufbereitung der Wesselton- und Dutoitspan-Diamant-Mine begleiten. In diesen etwa 1,5 m tiefen Gräben liegen die Schiefertone im allgemeinen horizontal und sind oben von etwa 20 cm rötlichem Gesteinsschutt bedeckt. An einigen Stellen jedoch sind die Schiefer zu kleinen normalen Sätteln aufgerichtet, zwischen denen relativ breite Muldenzonen horizontal liegen. (Vgl. Abb. 1.) Diese Sättel sind in größerer Zahl zu beobachten. Das vorhandene Faltungssystem ist von großer Gleichmäßigkeit, sowohl hinsichtlich des Abstandes der Sättel wie der Höhe ihrer Auffaltung. Die Dimensionen sind etwa folgende: Die einzelnen Sättel haben einen Abstand von etwa 15 m, die Sättel selbst eine Aufwölbungsbreite von etwa 3 m, seitlich davon liegen die Schichten bereits wieder horizontal. Die Aufsattelungshöhe, d. h. der Hebungsbetrag einer Schicht im Sattelscheitel ist in den einzelnen Sätteln verschieden, beträgt im allgemeinen 30-50 cm. An den Sätteln selbst ist folgende Erscheinung zu beobachten: Die Sättel sind in der Scheitelebene je von einem vertikal streichenden etwa 3-8 cm mächtigen Gang durchbrochen, der aus weißem kristallinen Kalk besteht und von dem aus seitlich zunächst mehrere Zentimeter starke, mit der Entfernung vom Sattel schließlich auskeilende weiße Kalkfortsätze sich zwischen die einzelnen Schichten der Ob. Dwyka-Schiefer einschieben (vgl. Abb. 1). Die Aufsattelung hat ihr Maximum im Hangenden, umfaßt etwa 1/2 m der Schiefer und klingt nach unten aus. Die Abbildung 1 schematisiert etwas die Verhältnisse. Die Deutung dieser Erscheinung scheint mir zwanglos folgende zu sein: Oberflächenkalke sind im ganzen Gebiet weit verbreitet. Die Schiefertone stellen für die in den Trockenperioden aufsteigenden kalkführenden Lösungen ein undurchlässiges Material dar. ...