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Die Beschlüsse des XV. Internationalen Geologenkongresses in Pretoria 1929

Krusch, Paul

Kurzfassung

Die Internationalen Geologenkongresse sollen die allen Nationen gemeinsamen geologischen Ziele fördern und namentlich die internationalen geologischen Karten und Weltkarten, die Standardisierung und Normalisierung der geologischen Begriffe und den Austausch von Erfahrungen in wissenschaftlicher und praktisch-geologischer Beziehung organisieren. In Pretoria waren 48 Staaten mit einigen 80 amtlichen Delegierten vertreten; sie bilden den Conseil, der die Hauptarbeit leistet, ihm berichten die Kommissionen über die Tätigkeit, und er unterbreitet seine Beschlüsse der Vollversammlung. Vortragsthemata waren: 1. Magmatische Differentiation, 2. Präpleistozäne Glazialperioden, 3. Das Karroo-System, 4. Die Tätigkeit der Mikroorganismen, 5. Die Entstehung des Petroleums, 6. Spaltentäler, 7. Allgemeines, einschließlich Geophysik. Die Kommissionsberatungen waren in Pretoria sehr wichtig, weil nach der langen Kriegsunterbrechung der gefürchtete Conseil des recherches immer noch einen kleinen Teil unserer Aufgaben mit Ausschluß der Zentralmächte auszuführen versuchte. 1. Kommission des Spendiaroff-Preises: Gegründet 1897 in St. Petersburg; Stiftung von 4000 Goldrubeln zur Unterstützung eines besonders befähigten und talentierten jungen Geologen. Er wurde bei jedem Kongreß bis zum Jahre 1913 verliehen. In Madrid erklärte die russische Vertretung, daß das Kapital vorhanden wäre und über den Preis verfügt werden könnte; das ist aber dort nicht geschehen. Es wurde in Pretoria deshalb beschlossen, daß der Führer der russischen Delegation, Herr Muschketoff, seine Regierung bitten möchte, beim nächsten Kongreß zwei Preise zur Verfügung zu stellen. Den Pretoria-Preis erhielt dieses Mal ein junger afrikanischer Geologe. Zusammensetzung der Kommission: Muschketoff (Ussr) (Präsident), Hall (Südafrika), Mathews (Ver. Staaten), Flett (England) und Krusch (Deutschland). 2. Kommission der Palaeontologia universalis: Gegründet 1900 in Paris. Zweck: Wiederherausgabe klassischer Monographien bei Aufbringung der Mittel durch die verschiedensten wissenschaftlichen Stellen. Das ist natürlich heute unmöglich, es soll deshalb an die Regierungen ein Rundschreiben mit der Bitte um einmalige oder laufende Unterstützung gerichtet werden. Zusammensetzung der Kommission: Pompeckj (Berlin) (Präsident), Stefanini (Rom), Haughton (Südafrika) Mathews (Ver. Staaten) und Fallot (Frankreich). ...