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Vanadinhaltige Kerne, Bleichungsringe und Bleichungszonen in den Schieferletten des Rotliegenden von Sachsen.

Schreiter, R.

Kurzfassung

In den Jahren 1925 bis 1927 habe ich über stark vanadinhaltige Kerne, über Bleichungsringe und Bleichungszonen in den Schieferletten des Rotliegenden aus dem Heinrich-Schacht bei Ölsnitz i. Erzg berichtet und diese Untersuchungen allmählich auf die verschiedenen Schieferletten des sächsischen Rotliegenden ausgedehnt. Der Kernpunkt meiner damaligen Ausführungen (Centralbl. Min, 1925, Abt. A, S. 214-222 und S 242-250) lag in dem Nachweis, daß die äußerlich wie Kohle aussehenden rundlichen schwarzen Kerne, die bald enger, bald weiter geschaart, im Tiefenprofil des Heinrich-Schachtes auftreten, immer von Bleichungsringen und Bleichungszonen umgeben sind und außerordentlich hohe Gehalte an Vanadinoxyden, nämlich 14,93 v.H. V2 O4 und 1,42 v.H. V2 O3 führen. Ein solches Vorkommen von Vanadinoxyden war in Sachsen bisher nicht bekannt. Nachdem ich über 100 Karen aus den Flurgebieten von Luagu-Oelsnitz, Zwickau, Burgk und Zaukerode untersucht habe, komme ich zu dem Endergebnis, daß die Angabe älterer Autoren, es handle sich bei den schwärzlichen Kernen um Kohle, entweder irrtümilch ist oder aber nur ganz vereinzelt zutrifft. Jedenfalls besaß bei weitem die größte Zahl aller in den verschiedenen Sammlungen vertretenen sächsischen Schieferletten des Rotliegenden schwärzliche Kerne, die nicht, wie die Etikette angab, aus Kohle, sondern aus Vanadinoxyden bestanden. Von allen Vorkommen, die mir in den Smmulungen zur Verfügung standen oder die ich bei Begehung im Gelände sammelte, habe ich Kern für Kern herausgebohrt oder aus den Stücken herausgeschlagen und für die chemische Untersuchung bereitgestellt, die dann von H. MAYER und mir durchgeführt worden ist. Insbesondere habe ich das Tiefenprofil des Heinrich-Schachtes bei Lugau, der leider jetzt als Wetterschacht ausgemauert ist, bis in Einzelheiten aufgenommen um über die Verteilung der Vanadinkerne, über die Bleichungsringe und über die Bleichungszonen näheres zu erfahren. Abgesehen von den kleinen Bleichungaringen ohne erkennbaren Kern fand ich dabei so gesetzmäßige Beziehungen zwischen Kerngröße und Bleichungsring oder Bleichungszonen, daß ich hinsichtlich der Deutung dieser Vorgänge zu sehr weittragenden Schlüssen gelange. Der wichtigste davon war: ,der hohe Gehalt an Vanadinoxyden im Kern ruft die Bleichung hervor, d. h., die Venadinoxyde reduzieren das Eisenoxyd des Schieferlettens zu Eisenoxydul und gehen dabei selbst in höhere Oxydationsstufen des Vanadiums über". ...