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Probleme aus der nördlichen Grauwackenzone der Ostalpen.

Duftschmid-Wilser, Bert

Kurzfassung

Neben dem Begriff ,Grauwackenzone" wird auch der eines ,Grauwackengebietes" aufgestellt. ,Grauwackenzone" ist ein tektonischer, ,Grauwackengebiet" ein stratigraphischer Begriff. Die nördliche Grauwackenzone bildet eine tektonische Einheit (Schuppenzone) mit alpinem Durchbewegungstypus. Sie liegt in einer Quetschungszone zwischen Kalkalpen und Zentralalpen. Ihre Abgrenzung gegen die Zentralalpen ist unscharf. Die Grenze liegt innerhalb der älteren (= zentralalpinen) Phyllite, die ein Übergangsglied zwischen Zentralzone und Grauwackenzone bilden. Im allgemeinen haben die älteren Quarzphyllite (= Zentralphyllite) präalpinen Durchbewegungstypus. Nur an Stellen, wo sie noch in die nördliche Quetschzone (Grauwackenzone) hineinreichen, sind sie mit den jüngeren Quarzphylliten (= Grauwackenphyllite) noch einmal etwas verschuppt worden. An derartigen Stellen müssen auch sie in tektonischem Sinn der echten Schuppenzone zugerechnet werden. Innerhalb der Zentralzone gibt es auch ein zentrales Grauwackengebiet, das die gleiche Metamorphose aufweist wie der Zentralkern, nämlich präalpine Durchbewegung. Beide haben die gleiche Tektonik erlebt. Unter Grauwackengebiet sollen neben der nördlichen Grauwackenschuppenzone noch die mit ihr stratigraphisch verwandten Vorkommen (Brenner, Turrach, Murau, Grazer Becken) die alle innerhalb der Zentralzone liegen, verstanden werden. Die Hauptmasse der Kalke des gesamten Grauwackengebiets ist Oberes Silur bis Mitteldevon. Die Magnesite im Grauwackengebiet und in der Zone sind alte Korallenriffe. Die Vererzung in der Grauwackenzone hängt innig mit den heute metamorph umgewandelten, alten Eruptiva zusammen. Die Eruptiva sind submarine Ergüsse, die fast gleichzeitig mit dem Absatz der Devonkalke erfolgt sind. Schlußfolgerungen, Vermutung über Alter der präalpinen und alpinen Durchbewegung.