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Die Trennung der ,Niederterrasse" am Mittel- und Niederrhein in einen diluvialen und einen alluvialen Teil auf Grund der Geröllführung.

Ahrens, Wilhelm

Kurzfassung

Außer der jungdiluvialen Niederterrasse, die im Neuwieder Becken in größerer Verbreitung erhalten ist und sich auch weiter unterhalb am Mittel- und Niederrhein in ± großen Flächen nachweisen läßt, tritt eine jüngere Terrasse in derselben Höhenlage auf, die Gerolle von Gesteinen der alluvialen Ausbrüche des Laacher-See-Gebietes enthält. Sie muß daher ebenfalls alluvial sein. Zur Zeit des Ausbruchs der Bimssteine, der in den Beginn der Litorinazeit fällt, hatte sich der Rhein sehr tief in die Niederterrasse eingeschnitten, wie aus den Lagerungsverhältnissen des Trasses im Unterlauf und an der Mündung der Brohl folgt. Die diluviale Niederterrasse war daher weitgehend ausgeräumt, ehe die mittelalluviale Terrasse aufgeschottert wurde. Ihre Aufschüttung hatte vielleicht schon beim Bimssteinausbruch begonnen, muß aber in der Hauptsache später, also etwa während des ersten Teils der Litorinazeit erfolgt sein. Diese mittelalluviale Aufschotterung erreichte die Höhe der Oberkante der (diluvialen) Niederterrasse. Die Bezeichnung ,Niederterrasse" ohne Zusatz ist daher nur noch ein morphologischer, kein stratigraphischer Begriff. Die Ursachen dieser mittelalluvialen Akkumulationsperiode sind rein tektonischer Natur und bezeichnen einen längeren Stillstand in der Hebung des rheinischen Berglandes während des mittleren Alluviums.