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Kohleführende Schichten bei Dönschten im Erzgebirge.

Schreiter, R.

Kurzfassung

Nach der Untersuchung der mir überbrachten Gesteinsproben u. d. M. bestehen diese im wesentlichen aus grauem Ton, in dem einige zersetzte Bruchstücke von Porphyr und Porphyrtuff eingebettet sind. Nach der Tiefe zu (2,50 m) ging dieser Ton in gelben tonigen Sand über. In diesen Grenzschichten fielen mir unter der Stereoskoplupe winzige Kohlestücke auf, die nicht Meilerkohle waren. Mithin konnte es sich in dem angegebenen Schurf um anstehende Kohle handeln. Dies war um so eher möglich, als die Nachbarblätter Altenberg-Zinnwald und Nassau der Geologischen Karte von Sachsen 1:25 000 an einigen Stellen kohleführende Schichten des Karbons angeben und in den Erläuterungen eingehend behandeln (vgl. auch SCHREITER, Geol. Führer durch das Erzgebirge, Verlag Mauckisch, Freiberg 1927). Der Schurf liegt auf einer kleinen Waldschneise in 600 m Höhe innerhalb des Forstabschnittes 60 und zwar NNW von dem 250 m entfernten Landheim des Wettiner Gymnasiums. Am Schürf fand ich meine Vermutung auf Kohle vollauf bestätigt. Ich konnte in den aus etwa 2 m Tiefe zutage geförderten Massen kohleführende Schichten erkennen und fand sie in der Sohle des Aufschlusses wieder. Ähnliche kohleführende Einlagerungen treten auch in den oberen Porphyrschichten des ,Froschteiches" im Garten des Landerholungsheimes des Wettiner Gymnasiums auf. Dieser nur Oborflächenwasser enthaltende ,Froschteich" ist inzwischen trockengelegt und zwecks Wassergewinnung über 7 m lief ausgeschachtet worden. Im weiteren Verlauf der Untersuchungen ließ ich den Waldschurf auf 4,5 m Länge, 2,5 m Breite und 4,5 m Tiefe ausheben und nahm dann das folgende Profil auf: I: Zu oberst 5-10 cm Waldboden, darunter bis zu 1,40 m Bruchstücke von zersetztem Porphyrtuff und Porphyr. II: Etwa 60 cm grauer Ton, nach oben allmählich in tonigen Porphyr übergehend, mit verkieselten Zwischenlagen von Porphyrtuff und Porphyr. III: Etwa 50 cm gelbes, eisenschüssiges, sandiges und schwach toniges Zersetzungsprodukt von Porphyr und Porphrtuff. IV: Etwa 40 cm blaugrauer, aus Porphyr und Porphyrtuff entstandener Ton mit zersetzten Porphyrbrocken. V: Etwa 55 cm kohleführende Tuffschichten in Gestalt einer linsenförmigen Schmitze. (Einfallen 40° nach Süd.) VI: Nicht durchsunkener Porphyr. ...