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Zur Analyse des Cap-Faltensystems.

Born, Hans

Kurzfassung

Es ist meine Absicht, kurz, soweit es die Tatsachen bisher gestatten, zu erörtern, wie weit das Faltengebirge Südafrikas den an anderen Objekten gemachten Erfahrungen über Gebirgsbildung und ihre Voraussetzungen entspricht. Die im folgenden ausgewerteten Tatsachen sind vor allem der Tätigkeit und der Erkenntnis von A. W. ROGERS, S. H. HAUGHTON und A. L. Du TOIT zu verdanken. Es ist mir ein besonderes Bedürfnis, das zu betonen. Vieles habe ich ihren Werken entnommen, manches aus Diskussionen mit ihnen gelegentlich des Internationalen Geologenkongresses 1929 erfahren, einiges auf den Exkursionen unter ihrer Führung studieren dürfen. Auch die schöne Zusammenstellung von E. KRENKEL hat meine Aufgabe wesentlich erleichtert. Der Faltungszone im Süden und Südwesten der Südafrikanischen Union gehören im wesentlichen zwei verschiedene Teile an: 1. der Faltengebirgszug des Capgebirges im engeren Sinne, der der Südküste parallel von W nach O verläuft und einen schwach nach N konvexen Bogen darstellt, und 2. ein Westflügel, die Cedarberg-Falten, die bei Kap Hangklip ansetzen und in schwach nach NO konvexem Bogen NNW ver- und spitzwinklig gegen die Küste auslaufen. KRENKEL rechnet zu seinen Faltungsorogen der Rapiden einen weiteren Natalischen Ast parallel der SO-Küste. In diesem Gebiet herrscht Bruchtektonik vor, und sein Faltungscharakter ist so wenig erwiesen, daß ich das Gebiet hier außer Betracht lasse. Die beiden genannten Äste, Capgebirge und Cedargebirge, zeigen verschiedene Intensität der Faltung. Das Capgebirge zeigt sehr kräftigen, das Cedargebirge relativ schwachen Faltenbau. In beiden Ästen geht die Überfaltung gegen die große Karroo-Schüssel, es sind beides Äste des gleichen Stammes im STILLESchen Sinne. Beide Gebirge scharen im SW, wo, wie in der Umrandung des Beckens von Worcester, eine Durchkreuzung beider Faltungsrichtungen zu beobachten ist. Die Untersuchung des Scharungsgebiets ist eine noch unerledigte dankbare Aufgabe. Das Ausmaß der beiden Bögen ist recht gut zu übersehen. Die Faltung des Capgebirges ist an seinem Ostrande so schwach, daß man dem Erlöschen der Faltung hier bereits sehr nahe ist. ...