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Das Alter des Geschiebemergels im Hangenden des Rabutzer Tones. Der ,Warthe-Vorstoß".

Author, Anonymous

Kurzfassung

In einem vor kurzem in dieser Zeitschrift veröffentlichten Aufsatz (1) halten WEISSERMEL und PICARD an ihrer früher ausgesprochenen Ansicht fest, daß es sich bei der Deckbildung des Rabutzer Tones um einen echten Geschiebemergel handelt, nicht um eine Fließerdebildung, für welche sich KEILHACK und GRAHMANN ausgesprochen haben. Sie sind der Ansicht, daß die Deutung der Ablagerung nach ihrer Beschaffenheit zu erfolgen habe und nicht die Folge von Lehrmeinungen und Neigungen sein darf. Sie halten auch an der Auffassung fest, daß der Geschiebemergel einem vorübergehenden Vorstoß der Eisdecke der letzten Eiszeit, bis Rabutz angehöre. Diese Altersdeutung widerspricht der heute fast allgemein angenommenen gut begründeten Auffassung, daß das Eis dieser Vereisung die Elbe gegen Westen nicht überschritten habe. Eine Ausnahme bilden die Blätter Braunschweig und Magdeburg der Geologischen Übersichtskarte 1:200 000, auf welchen für eiszeitliche, links der Elbe weitverbreitete Ablagerungen die Möglichkeit der Zugehörigkeit zur letzten oder vorletzten Eiszeit offen gelassen ist. Die Stellung der Rabutzer Deckbildung in die Weichsel-Eiszeit habe ich (2) in 1928 mit dem Hinweis darauf abgelehnt, daß unsere Täler ihre heutige Gestalt im wesentlichen in der letzten Zwischeneiszeit erhalten haben. Das beweise die aus tiefen Lagen bis auf die Hochflächen hinauf vorhandene Decke des Lößes, dessen Entstehung in die letzte (Weichsel-)Eiszeit fällt. Ein aus dem Norden herangleitender Gletscher hätte also das breite Elbtal überschreiten und wohl auch zufüllen müssen, das heutige Tal müßte also nacheiszeitlich sein. Das widerspreche so sehr allen geltenden Vorstellungen über die Zeit der Auswaschung unserer Täler, daß ich mich nicht der Ansicht derjenigen Geologen anschließen könne, die den oberen Geschiebemergel von Rabutz in die Weichsel-Eiszeit einreihen. Vom Tone sagte ich, daß er entschieden jünger sei als der zwischeneiszeitliche Saaleschotter, aber älter als die letzte Zwischeneiszeit und einer Zwischeneiszeit angehöre, welche zwischen die beiden. Vorstöße der Saale-Eiszeit fällt. Für mich stand es damals fest, daß die bisher auf den preußischen geologischen Karten einheitlich der Saale-Eiszeit zugewiesenen Ablagerungen eine Teilung in zwei übereinanderliegende Abteilungen zulassen. Ich sprach zunächst von zwei Vorstößen - für die Letzlinger Heide hatte ich einen zweiten Vorstoß schon in 1925 angenommen (5) - hielt es aber für möglich, daß es sich um zwei Eiszeiten handeln könne, welche als Saale-Enzeit I und II bezeichnet werden könnten. ...