Original paper

Zur Frage des tieferen Untergrundes von Schleswig-Holstein. (Erwiderung an Herrn STOLLEY)

Haack, W.; Reich, H.

Kurzfassung

1. (W. HAACK): Unter der Zahl der Fachgenossen, die STOLLEY in seinen ,Geologica varia von den Nordseeinseln" (STOLLEY 1929) angreift, befinde auch ich mich, und zwar hat ihn meine Arbeit über die Gesteinsscholle von Schobüll bei Husum (HAACK 1926) auf den Plan gerufen. Ich hatte darin, um eine Stütze für meine Ansicht von der nahen Herkunft der Schobüller Devonscholle zu finden, verschiedene Tatsachen aufgeführt, die dafür sprechen, daß sich im Untergrunde der zimbrisehen Halbinsel oder ihrer nahen Umgebung noch ältere Gesteine in nicht allzu großer Tiefe befänden, glaube aber, das Hypothetische meiner Darlegungen genügend hervorgehoben zu haben, wie ich ja schon im Titel der genannten Arbeit deutlich zum Ausdruck gebracht habe, daß es sich auch beim Devon nur um eine Scholle handelte. Die Kritik STOLLEYS läßt nicht erkennen, daß er meine Arbeit so gründlich gelesen hat, wie es besonders in solchem Falle nötig gewesen wäre. Die Art seiner Kritik befremdet mich um so mehr, als ich seine Arbeiten in achtungsvoller Form herangezogen habe und nur einige rätselhafte Erscheinungen abweichend gedeutet habe. Schon der Satz vom ,Devon, das HAACK in der Scholle von Schobüll durch den Nachweis eines Zahnes von Osteolepsis festgestellt zu haben glaubt", läßt meinen obigen Vorwurf berechtigt erscheinen, denn erstens handelt es sich gar nicht um einen Zahn, sondern, was durchaus nicht unwichtig ist, um Schuppen, von denen ich eine sogar im Dünnschliff abbilde, zweitens beruht meine Altersbestimmung, die erste, die nicht nur, wie das bis dahin der Fall gewesen, vage Vermutungen bringt, keineswegs nur auf den Fossilien, sondern ebensosehr auf der ausgezeichneten Übereinstimmung des Gesteins mit entsprechenden baltischen Devonschichten, eine Übereinstimmung, die auch durch Analysen erhärtet werden konnte. Viel Raum nimmt in STOLLEYS Arbeit die Frage der Herkunft und der Art der Verfrachtung der im Sylter Kaolinsande vorkommenden Silurgerölle ein. Hierzu sagt er u. a.: ,Daß diese Geschiebe, wie W. HAACK neuerdings recht vorschnell annehmen möchte, dem Untergrund selbst entstammen könnten, ist gleichfalls völlig ausgeschlossen".