Original paper

Gefrittete Bohrkerne.

Stutzer, O.

Kurzfassung

Meine Mitteilung über einen gefritteten Bohrkern hat (besonders bei mineralogischen Kollegen) Interesse gefunden, wie ich aus mehreren Zuschriften ersehe. Herr BEGEH machte mich auf eine amerikanische Abhandlung aufmerksam, auf die noch kurz eingegangen sei, da sie über die Temperatur bei Bildung der Frittung etwas aussagt. Nach amerikanischen Angaben ist Schmelzung von Bohrkernen beim Bohren mit Rotary bereits öfter konstatiert. Man hat bisweilen den dann schlackenartig erscheinenden Bohrkern für ein Eruptivgestein gehalten, z. B. für Basaltlava, und sandte solche Stücke zur Untersuchung fort, da eine Bestätigung der Bestimmung für den Fortgang der Bohrung ausschlaggebend sein mußte. Unter dem Mikroskop zeigte der geschmolzene Bohrkern fast stets Glas, in welchem oft Quarz, Feldspat und andere Mineralien lagen. Man nennt solche geschmolzenen Bohrkerne in Amerika ,Corit". Es hat sich herausgestellt, daß Sand kaum beim Bohren schmilzt, daß aber Schiefer und besonders Arkosen und Tuffe mitunter schmelzen. Das geophysikalische Laboratorium des Carnegie Institutes in Washington hat einen geschmolzenen Bohrkern aus Kalifornien untersucht und beschrieben. Die Temperatur, bei der die Schmelzung erfolgte, wurde zu 1050 bis 1150 Grad bestimmt. Man hat ausgerechnet, daß diese Temperatur in der Tiefe beim Bohren mitunter durch Reibung erzeugt wird. Der Inhalt der Arbeit sei mit wenigen Sätzen skizziert. Der vom geophysikalischen Laboratorium des Carnegie Institutes in Washington untersuchte Bohrkern stammt aus dem Eozän Kaliforniens, und zwar aus einer Tiefe von 4350 Fuß (1325 m). Man bohrte hier nach Rotary-Methode 75 cm in 20 Minuten, dann 30 cm in 40 Minuten, beides mit 25 Umdrehungen pro Minute. Bei dem langsameren Vorwärtskommen trat Schmelzung des Bohrkerns ein. Als man den Bohrkern zog, war er an seinem unteren Ende (30 cm) schwarz und schlackig, darüber lag unverändertes Sediment. Das unveränderte Sediment war feingebändert, es bestand aus gröberen Lagen (Arkose) und feineren Lagen (Ton). Der Übergang zur Schlacke erfolgt ganz plötzlich, an der Übergangsstelle war Tridymit in der Arkose. Der charakteristische Bestandteil des geschmolzenen Teiles war Glas in welchem Körner des ursprünglichen Materials lagen. ...