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Die Viktoriafälle des Sambesi.

Keilhack, K.

Kurzfassung

Im Jahre 1855 entdeckte DAVID LIVINGSTONE die Viktoriafälle, über die ihm die Eingeborenen bei seinen Reisen im Sambesilande bereits mehrfach berichtet hatten, und denen sie den Namen ,Tönender Rauch" beigelegt hatten. Bis 1904 erforderte eine Expedition zu den Fällen neben großen Kosten einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten. Im genannten Jahre erreichte die Eisenbahn den Fluß und überschritt ihn unmittelbar unterhalb der Fälle mit einer prachtvollen Brücke, die in einem einzigen Bogen sich über eine gigantische Schlucht spannt. Jetzt war von jedem südafrikanischen Hafen aus ein Erreichen der Fälle in zwei bis vier Tagen möglich. Ein prachtvolles Hotel, gute Wege und kleine Bahnen mit leichten, von Eingeborenen geschobenen Wagen sorgen für leichte Zugänglichkeit aller Teile des unter staatlichem Naturschutz stehenden Gebietes, welches infolgedessen in seiner Eigenart erhalten bleiben wird. Der Sambesifluß hat oberhalb der Fälle keinen alluvialen Talboden, sondern wird auf beiden Ufern sogleich von höherem Gelände begrenzt, das sich eine Anzahl von Metern über den Flußspiegel erhebt. Der Fluß selbst hat eine Breite von 1800 m einschließlich zahlreicher Inseln, die ihn in eine Anzahl von Armen zerlegen. Zur besseren Veranschaulichung gebe ich 3 Karten bei: eine Panoramakarte (Abb. 1), eine geologische Karte (Abb. 2) und ein Fliegerbild (Abb. 3). Die geologische Karte ist von MAUFE aufgenommen und im Führer für die Exkursion des Internationalen Kongresses veröffentlicht. In den Fällen stürzt der Strom in seiner vollen Breite senkrecht in eine unten nur 50-70 m breite Schlucht hinein, die durch ein Haufwerk mächtiger Blöcke vielfach noch weiter verengt wird, und fließt dann in einem zickzackförmig verlaufenden System enger Schluchten weiter. Der Gegensatz zwischen dem breiten, ruhig fließenden Strome oberhalb und dem wirbelnden und strudelnden, in enger Schlucht dahinschießenden Wasser unterhalb der Fälle stellt ein Problem dar, dem in engem Anschluß an die von MAUFE, dem Leiter der geologischen Aufnahmen in Süd-Rhodesien im Exkursionsführer für den Internationalen Geologenkongreß in Pretoria gegebenen Erläuterungen, vermehrt durch einige eigene Beobachtungen die folgenden Zeilen gewidmet sind. ...