Original paper

Ein subtropisches Torfmoor am Sambesi in Südrhodesien.

Keilhack, K.; Mildbräd, J.

Kurzfassung

Meine Hoffnung, im tropischen Südafrika Torfmoore zu finden, war von vornherein sehr gering, denn die klimatischen und Niederschlagsverhältnisse sind für ihre Entstehung so ungünstig, wie nur möglich. Wenn wir das Gebiet ,Südafrika" nach Norden hin am Kunene und Sambesi endigen lassen, so fallen in die subtropische Zone die nördlichen Teile von Südwestafrika, der Kalahari und der größere Teil von Süd-Rhodesien. Auf dieses Gebiet sollen sich die nachfolgenden Ausführungen beschränken. - Torfmoore können sich nur da entwickeln, wo das ganze Jahr hindurch genügend Niederschläge fallen. Wenn wir daraufhin Südafrika prüfen, so sehen wir, daß die gesamte Westhälfte des Landes sowohl in der gemäßigten wie in der subtropischen Zone überhaupt nur über sehr geringe Niederschläge verfügt, die kaum über 400 mm im Jahre hinausgehen und außerdem noch sehr ungleichmäßig verteilt sind, so daß lange Trockenperioden mit den Regenperioden wechseln. Dadurch allein wird in diesem Teile des Landes schon eine Torfbildung unmöglich gemacht. Die Osthälfte des Landes hat zwar in ihrem subtropischen Teil, also in Süd-Rhodesien, hinreichend kräftige Niederschläge, aber auch dort ist die zeitliche Verteilung des Regens so ungünstig, daß die regionale Entwicklung von Torfmooren dadurch vollkommen unterbunden wird. In Südrhodesien sind die Niederschläge folgendermaßen auf die einzelnen Monate verteilt: April 23,6 mm. (Mai, Juni) 12,7 mm. (Juli, August, September) 9,4 mm. Oktober 24,6 mm. November 82,3 mm. Dezember 140,5 mm. Januar 180,6 mm. Februar 153,7 mm. März 106,04 mm. Summe 733,8 mm. Diese Tabelle läßt deutlich die klimatische Gliederung in eine siebenmonatliche Trockenzeit von April bis Oktober und in eine fünfmonatliche Regenzeit von November bis März erkennen. In der letzteren fallen 9/10, in der ersteren nur 1/10 der gesamten Niederschläge. Diese 72 mm Niederschläge, auf sieben aufeinanderfolgende Monate verteilt, bedeuten praktisch eine vollkommene Trockenzeit, denn derartig minimale Regen sind in derselben Stunde wieder verdunstet, in der sie niederfallen. ...