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Geschichte und Rechtsverhältnisse des mitteldeutschen Braunkohlenbergbaues.

Schulz-Briesen, Max

Kurzfassung

Um Ihnen zur Abwechslung einmal etwas nicht rein Geologisches zu bieten, habe ich es übernommen, Ihnen heute einen ganz kurzen Abriß der geschichtlichen Entwicklung und der Rechtsverhältnisse des mitteldeutschen Braunkohlenbergbaues zu geben, der wegen der Kürze der Ihnen und mir zur Verfügung stehenden Zeit naturgemäß keinen Anspruch auf Gründlichkeit und Vollständigkeit erheben kann. Wenn der Braunkohlenbergbau auch nicht auf ein solches Alter zurückblicken kann, wie sein älterer und größerer Bruder, der Steinkohlenbergbau, so darf man doch auch das Alter des ersteren nicht unterschätzen. Allerdings wird die Altersbestimmung dadurch erschwert, daß im früheren Sprachgebrauch oft nicht scharf zwischen beiden Kohlenarten unterschieden, sondern die Braunkohlen auch als Stein- oder Erdkohle - wohl im Gegensatz zur Holzkohle - bezeichnet wurden. Nach dem bekannten Halleschen Chronisten DREYHAUPT wurde zum ersten Male im Jahre 1466 im Wettiner Bezirk beim Schürfen nach Kupferschiefer Steinkohle gefunden, die man aber anscheinend nicht zu nutzen verstand. Bei diesem Funde dürfte es sich um echte Steinkohle handeln, die ja bekanntlich bei Wettin und Löbejün vorkommt. Außerhalb des engeren mitteldeutschen Bezirkes findet sich in einer Beschreibung der Saline Allendorf-Sooden a. d. Werra aus dem Jahre 1603 die Verwendung von sogenannter Steinkohle zum Sieden des Salzes erwähnt, die von bräunlicher Farbe gewesen sein soll. Offenbar hat es sich hier nicht um echte Steinkohle, sondern um Braunkohle vom Meißner oder Habichtswald gehandelt. Ein Bergbau in der vorhin erwähnten Wettiner Gegend setzte erst 1688 ein, nachdem das Erzstift Magdeburg an das Kurfürstentum Brandenburg übergegangen war. In diesem Jahre erhielt ein Obrist VON PFUEI das Abbaurecht auf Erz- und Steinkohlenbergwerke, welches er 1691 an den Freiherrn VON KNYPHAUSEN übertrug, der zur Ausbeutung der Gruben eine Gewerkschaft bildete. In dem bezüglichen notariellen Vertrage wird ein Eisen- und Steinkohlenbergwerk bei Langenbogen aufgeführt, bei dem es sich nach Lage der Sache nur um ein Braunkohlen vorkommen gehandelt haben kann. ...